Geometry Wars 3 - Ein pazifistischer Liebesbrief
- Glayd

- 27. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. März
Es gibt seltene Spiele da bleibt die Liebe in all den Jahren gleich. Eventuell wird sie durch die Beständigkeit sogar noch mehr.
Geometry Wars hat da einen speziellen Platz in meinem Herzen und auf meiner Festplatte. Wahrscheinlich kann ich es gar nicht mehr deinstallieren.
Aber kurz zum Kontext. Ist ja nicht gerade das aktuellste Spiel.
Die Geburtsstunde
2003 wurde Project Gotham Racing 2 für die Xbox released. Dort gab's in der Garage diesen Arcade-Automaten mit Geometry Wars drauf.
Hab ich damals schon geliebt.

Twinstick-Shooter. Highscore-Jagd.
Feines Ding. Ein schönes Easter Egg in einem tollen Rennspiel.
2005 war Geometry Wars: Retro Evolved dann eins der ersten Indie-Spiele in Xbox Arcade für die Xbox 360. Damals eine ganz neue Erfahrung. Kein Spiel als Disc, sondern einfach nur ein kleines Spiel für kleines Geld mit hohem Suchtfaktor.

Das beim Kumpel auf der Leinwand. Ich war wie weggeblasen.
Es war eins der ersten Spiele bei dem ich total In-The-Zone war. Man verschmolz förmlich mit dem Controller und wurde eins mit dem kleinen Raumschiff. Weiß gar nicht mehr, wie viele Nächte das auf heavy Rotation lief.
Wellen an Gegner mit ihren eigenen Pattern. Hoher Chaosfaktor. Alles explodiert und teilweise fliegt man blind, weil alles bunt explodiert und alles so schnell geht.
Totaler Visual Overflow.
Aber trotzdem super spielbar.
Da gab es da dieses eine Achievement. Pazifismus. Überleb möglichst lang ohne zu schießen. Das hatte das Gameplay massiv geändert und dieses Achievement hatte es mir angetan.
Daher war die Freude groß, als es in Geometry Wars: Retro Evolved 2 als eigener Spielmodus zurückkam.
Pacifism - No shoot, trotzdem gut
War ich der Serie nun eh schon zugewandt, war es mit diesem Modus um mich geschehen.
Die Unterschiede zum Hauptgame sind, dass man keine Waffen nutzen kann, nur ein Leben hat und es kommt nur eine Art von Gegner. Aber in größeren Massen. Um die zu besiegen muss man durch kleine Tore fliegen, welche eine kleine Explosion auslösen. Joah. Mehr gibt's da nicht zu sagen.
Es ist simpel. Süchtig machend. Und die einzelne Hürde für nen hohen Highscore ist Übung.
Und wenn man es raus hat, dann sind es die wohl intensivsten Momente im Gaming. Kein Schnickschnack drumrum. Keine Upgrades oder sonstiger Schmodder.
Nur du, dein Schiff und ein nie enden wollender Strom an Gegnern. Kein Run dauert länger als ein paar Minuten. Anfangs eher eine Minute.
Kann man super mal kurz 10 Minuten spielen... oder stundenlang auf Highscorejagd gehen.
Aktuell spiele ich daher immer noch Geometry Wars 3. Egal ob auf dem ROG Ally oder regulär auf der Series X.
Und damit man sich vorstellen kann, was den Reiz ausmacht hier ein kleines GIF dazu:

Das ist ein aktueller Mitschnitt. Wenn man nochmal länger durchhält, wird es nochmal intensiver.
In The Zone
Und der Flow ist einfach perfekt. Dieser Modus ist pures Heroin. Ein bisschen wie als ob das Hirn hier in einen anderen Modus schaltet. Die Geschwindigkeit, in denen man durch die Gegnermassen fliegt und man in Millisekunden reagieren muss und auch die kleinste Lücke nutzen muss, löst einen endlosen Rush an Endorphinen bei mir aus.
Ich bilde mir auch ein, dass ich wie beim Autofahren in einen anderen Modus schalte. Man nimmt quasi alles gleichzeitig war. Ich verfolge das Raumschiff gar nicht konzentriert mit den Augen. Man wird das Raumschiff und tänzelt mit nur ein paar Pixel Distanz an den Gegnern vorbei. Man zirkelt um die Gegner drumrum und lockt sie nah an die Tore ran, um möglichst viele mit der Torexplosion zu erledigen. Man steuert schnell, wenn man sieht, dass man in die Falle gehen wird, zurück und sucht wieder ein Schlupfloch. Die Tore bewegen sich recht erratisch und man hofft, dass sie sich nicht in der letzten Millisekunde doch wegbewegen.
Bis es einen dann doch erwischt.
Und wenn es einen erwischt, geht es ohne Ladezeiten sofort in den nächsten Run.
Bisher habe ich es auf 104.948.425 Punkte und damit auf Platz 4000 irgendwas in der globalen Bestenliste geschafft.
Unter die Top 1000 werde ich es schon noch schaffen.
Auch wenn ich mit dem Rest von Geometry Wars 3 weniger anfangen kann, ist der Modus Pazifismus allein ein Kaufgrund.
Ich kann dieses Spiel jedem Highscore-Jäger an's Herz legen. Immer noch. Bisher habe ich keinen guten Ersatz gefunden.
Eine tolle Serie, die nach 23 Jahren keinen Deut ihres Reizes verloren hat.
Ein Hochgenuss. <3

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