Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaargh Raiders
- John

- 12. März
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. März
Ein Spiel, das es schafft, die Bandbreite von friedlichen, mit Körbchen wie Gretel über die Map hüpfenden Loot Sammlern, über Rambos mit zitterndem Zeigefinger am Abzug bis hin zum Arc jagenden Guerillakämpfer in einer gemeinsamen Runde abzubilden und das für mich absolut aus dem Nichts kam.
Bisher bin ich an PvPvE Games eher abgeprallt. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich aus Gründen nicht so viel Zeit in ein einziges Spiel investieren kann und will. Da bin ich sicherlich nicht allein mit.

Mehrere winkende Zaunpfähle gehen raus an Destiny 2 und alle, die ihr mich verloren habt. Weil sich das an sich spaßige Prinzip leider zu schnell in Arbeit umgewandelt hat, wenn man mit Battle Passes, Challenges und anderem FOMO Shit zugeschissen wird. Was ist hier anders:
Der Connector
Neben einem Helldivers 2 ist Arc Raiders tatsächlich der Titel, der es geschafft hat, alte Gaming Connections wieder aufleben zu lassen wie kaum ein Spiel der vergangenen Jahre.
Wer sagt da noch, dass Hype niemals nichts Gutes mit sich bringt?
Durch das Spielen zu zweit oder sogar als Dreier (*dad joke just came) und einem auch durchaus gelungenem Matchmaking sind weder Skillgap, noch Loadout etwas, dass bei der Rudelbildung hinderlich ist.
Man ändert sein Vorgehen einfach direkt im Match und passt sich an.
Denn das fühlt sich hier ziemlich natürlich an, da einem kein so straffes Korsett auferlegt wird wie in anderen, vergleichbaren Games.
Alleine schon die Idee mit dem Gratis-Loadout sorgt für einen gewissen Zwang sich anzupassen. Ohne harte Hand.
Gleichzeitig unterstützt es den Einstieg, weil man nicht nach jeder Runde um seine verlorene Ausrüstung weinen muss. Man kann natürlich, wir urteilen nicht ☝🏻

Übrigens begegnet man in den Matches auch mehr Männern mit Frauenstimmen als an einem Donnerstag im Kit Kat. Hier, wie dort, behaupten auch alle sie wären friendly, sind es dann aber unter Umständen doch nicht. Bei Zweiterem wird aber wenigstens mit offenen Karten gespielt.
Genaueres Hinsehen lohnt sich! Wo wir gerade beim Thema sind:
Sound, Grafik und Performance
Ist das hier wirklich, wirklich ein Unreal-Engine-5-Titel?
Während die meisten UE5 Games dir wie Mutti früher erzählen, sie hätten Performance zu Hause, ist das hier anders.
Man kann es kaum glauben. Es läuft flüssig, sieht gut aus und der Sound ist großartig.
Wieso bekommen das auf diesem Niveau andere Studios mit deutlich mehr Ressourcen auch nach mehreren Patchrunden nicht hin? Vielleicht haben die Mädels und Jungs das Memo, dass es mit dem Shadercaching so und so laufen muss, einfach nicht bekommen und es deshalb so programmiert🤷🏻♂️
Ich habe es bisher mit DLSS Balanced auf einer RTX 5070 und Einstellungen um High rum (ich und die Grafik) an einem 4K TV spielen können, ohne Schluckauf und hatte je nach Map und Action mitunter dreistellige FPS. Das ist auf der Audiovisuellen Seite an und für sich schon beeindruckend genug, was mich aber wirklich umgehauen hat, ist der Sound.

Sowohl mit Lautsprechern, ganz besonders aber mit Kopfhörern, hat man Sound, der nicht nur in so ziemlich allen Bereichen wuchtig und satt die Öhrchen und Fellchen massiert. Die Ortbarkeit ist einfach mehrere Level über vielen, vielen anderen Spielen.
Ich kann gar nicht sagen, bei welchem Spiel ich zuletzt direkt beim ersten Geräusch instinktiv in die richtige Richtung geschaut habe, ohne das visuelle Hilfsmittel am Start waren. Das ist auffällig gut.
Apropos umsehen:
Loot
Wie im echten Leben begegnet einem ein Haufen unnützer Scheiß. Die Menschen vor dem Angriff der Arcs müssen ein Temu-Dauer-Abo gehabt haben oder waren bei Arci Baba unterwegs. Anders lässt sich diese Anhäufung von Schrott einfach nicht erklären.
Ständig stellt sich die Frage, was man einpackt und was dort bleibt, denn der Rucksack ist nicht groß.
Nach wichtigen Dingen muss man schon gezielter suchen und das haben sie ganz hervorragend hinbekommen: Es fühlt sich auf gute Art nach Risiko an, in der Welt von Arc den Lootsherlock raushängen zu lassen. Denn zum einen macht man verdächtige Geräusche beim Öffnen vieler Behälter, zum anderen ist man auch deutlich angreifbarer, da man nicht sofort zurückschießen kann, wenn man gerade in die Grabbelkiste gefallen ist.
Man könnte jetzt meinen, dass die Bedienung und die UI das Unterstützen, aaaaaber:

UI
Derselbe Praktikant, der drei Stunden vor Release noch die Karte von Speranza per KI erstellt hat, war anscheinend am Vortag noch mit der Logik der Bedienung in den Menüs beauftragt.
An sich ist das ja alles ganz logisch aufgebaut, aber es fühlt sich einfach sperrig an. Sicherlich baut sich da mit der Zeit ein schwedisches Hauptstadtsyndrom auf, aber wenn man es nicht so häufig spielt, fallen einem die Defizite in der Bedienung schon eher auf.
Wenn ich so darüber nachdenke, war der Praktikant vorher vermutlich einfach bei Microsoft beschäftigt.
Der Coque und das Halsband
Auch wenn es in Berlin an sich nicht an Auswahl mangelt, Arc sorgt dafür, dass ich wirklich viel Zeit mit meinem Coque und passenden Toys wie Halsbändern verbracht habe.
Interessanterweise ist der putzige Hahn auch der NPC mit dem meisten Charakter, denn die anderen NPCs in Speranza haben etwa denselben Charme wie abtrocknende Wandfarbe zu beobachten.
Klar braucht man jetzt keine komplett ausgebaute Stadt, die einem zwischen den Raids noch selige Minuten mit ABM-Kilometern von Shop zu Shop stibitzt, aber ein wenig mehr Liebe wäre imho doch drin gewesen.
Ich hatte mit Chat GPT Unterhaltungen mit mehr Tiefe als mit den KI-Charakteren auf der statischen Karte von Speranza.
Es ist wirklich erstaunlich, wie steif und lahm das alles ist. Vor allem wenn man sich den Artstyle der Außenwelt auf den Maps ansieht und die Atmosphäre atmet.
Oder den Artstyle der Klamotten....waaas? Hat da jemand Microtransactions gesagt:

Kaufpreis und MT
Glücklicherweise hat der kollektive Aufschrei mit einem verbalen Bodyslam die Macrotransactionspreise in einem nonF2P Spiel auf Mediumtransactionspreise verringert. Power to the People oder so. Ha!
Der Kaufpreis an sich ist für das gebotene absolut gerechtfertigt. Ich bin mir nicht sicher, ob es bei mir das Alter und eine gewisse Trotzigkeit gegenüber Microtransactions per se ist. Für mich sorgen die Preise im Ingameshop durch das viele Kopfschütteln trotzdem eher für ein Schleudertrauma.
Gut ist, dass man sich Ingamewährung erspielen kann. Nicht so schnell wie beispielsweise in Helldivers 2, das auch in einem ähnlichen Preisbereich unterwegs ist, aber man muss das ja heutzutage schon fast gut anrechnen, dass man sich die Ingamewährung überhaupt erspielen kann.
Wie soll das nur enden:
Fazit, Endgame idk
Kann ich Arc Raiders empfehlen? Aus voller Überzeugung!
Noch mehr, wenn ihr Leute im Freundeskreis habt, mit denen ihr das zusammen erleben könnt. Geht aber auch erstaunlich gut mit Randoms.
Aber wasn jetzt mit dem Endgame, John? Boah Atze, keen Plan. Davon bin ich noch so weit entfernt, wie vom Idealgewicht. Ich war bisher nicht mal auf allen Karten unterwegs und gegen die ganz dicken Dinger habe ich bisher nur beim Netto um die Ecke gekämpft.
Was ich sagen kann, dass sich die Runden sehr schnell natürlich anfühlen.
Die Fragezeichen zu Beginn bestehen eher daraus, wie die ganzen erbeuteten Items einzuordnen sind.
Was man so mitbekommt, gibt es da so Challenges, in die man reinbuttern muss.
Macht Ihr mal. Ich schnapp mir derweil mein Körbchen und hüpfe auf der Suche nach der Ewigkeit (Temu-Plastik) noch ein wenig über die Map!
Hier gibt es allerdings ein paar WTFPS-Dudes, die eindeutig mehr Zeit in Speranza verbracht haben. Fragt einfach mal den Justus!




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