DLSS 5 - kAIn Problem?
- John

- 20. März
- 2 Min. Lesezeit
Das ganze Internet hat Schnappatmung, weil die Gesichter eine tolle Mischung aus uncanny Valley und der Gleichmachung (zu) vieler operativer Eingriffe an selbigen ausstrahlen.

Je nachdem, wen man fragt, macht DLSS5 alles (Huang) oder nichts richtig (alle anderen).
Vielleicht ein guter Zeitpunkt innezuhalten, sich zurücklehnen und mal zu schauen, was denn dort überhaupt präsentiert wurde:
Mithilfe generativer KI sollen Lichteffekte in Spielen realistischer aussehen und die KI kann direkten Einfluss auf Geometrie und Texturen nehmen.
Wie bei KI basiertem Upscaling und Frame Generation nutzt DLSS 5 Bewegungsvektoren und Geometrie der Szene und rechnet auf dieser Basis hinzu, nur das hier ein deutlich tieferer Eingriff in das Bild und auch den “Artstyle”geschieht und mehr hinzugefügt wird.
Das geht weit über die Möglichkeiten klassischer Shaderberechnung hinaus. Um dem Wildwuchs wie bei Video-KI Modellen vorzubeugen gibt es einen Rahmen: Die KI darf nicht “frei” generieren, sondern ist streng an die vorhandenen 3D Daten der Engine gebunden und nutzt die Farb- und Bewegungsvektoren, um die Beleuchtung realistischer wirken zu lassen, feinere Texturdetails zu generieren, die im Original nicht vorhanden sind und Materialeigenschaften bei Stoffen wie z.B Metall und Glas zu verbessern. Auch Haut macht sie realistischer, indem Subsurface Scattering hinzugefügt wird. Entwickler erhalten detaillierte Steuerungsmöglichkeiten und können anpassen wo und wie Verbesserungen angewendet werden.
Man nähert sich in der Theorie schon ziemlich an Hollywood VFX an, wenngleich AI Slop nicht weit weg ist und fröhlich rüber winkt.
Im Endeffekt also ein Werkzeug, leider kein so einfaches wie Upscaling, dass die künstlerische Vision beibehält, sondern eines, das man richtig bedienen muss.
Es gibt ganz klar Dinge, die davon profitieren werden, ich sehe da in erster Linie Spiele, die eh schon auf sehr realistische Darstellung setzen, wie Simulationen im Racing oder Flight Bereich.
Hier werden Beleuchtung, Materialien und Texturen verbessert, die bereits in sehr realitätsnaher Form wie 3D Scans bei Fahrzeugen und Rennstrecken vorliegen. Das sollte ziemlich sicher umsetzbar sein und auch ohne große Aufsicht positive Ergebnisse erzeugen.
In allen anderen Bereichen läuft man Gefahr, zu viel aus der Hand zu geben, wie würde wohl ein Elden Ring, Okami, Wind Waker oder Disco Elysium aussehen, wenn Jensens AI Kolonne rüberbügelt?
Gerade im Triple AAA Bereich riecht das nach noch mehr Gleichmacherei und ich kann mir kaum vorstellen, dass da nicht ein Tabellenschubser alle überstimmt und den Regler auf drei Stufen nach uncanny dreht. Good Graces!



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