top of page

Projekt Helix - Ist es eigentlich noch eine Xbox, wenn Alles eine Xbox ist?

  • Autorenbild: John
    John
  • 8. März
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. März

Microsofts nächste Konsole wird laut der höchsten Xboxerin Asha Sharma also „Die Brücke zwischen Konsole und PC schlagen“ und man darf gespannt sein, was sie hier in den Ring wirft.



Glaubt man den Hardwareleaks kommt da ein ganz schönes Schwergewicht auf uns zu, also zumindest aus dem Blickwinkel eines Konsoleros.


Klar ist 2027 noch ein paar Monde hin, aber der Schritt scheint deutlich zu sein und am Ende könnte das Ganze auch ziemlich positive Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie man am PC spielt.


 

Das Beste aus zwei Welten? Oder weniger als die Summe der einzelnen Teile?


Als Hybrid, der die Grenzen zwischen Konsole und PC verwischen soll, stellen sich mir aber auch mehr Fragen als die kommunizierte Vision bisher beantwortet.

Im Kern ist sie, ganz ähnlich der kommenden Steam Machine, ein PC mit festgelegten Hardware Spezifikationen.


Den bisherigen Aussagen folgend kann man außerdem davon ausgehen, dass die neue Box auch den Backkatalog an Xbox-Titeln abspielt. Ob nur digital oder auch von Disc ist da natürlich eine genauso wichtige Frage, wie die nach den unterstützten Generationen und der Vollumfänglichkeit.


Wenn ich an Microsoft denke (Nutzer seit Windows 3.11), dann denke ich auch an Jahrzehnte wirklich seltsamer Entscheidungen in Bezug auf Bedienung und konsistenter UI.

Das Xbox System ist da eher eine Ausnahme im Microsoft Kosmos und steuert sich eigentlich ganz rund. Da mache ich mir natürlich schon Sorgen, dass hier mehr Windows und weniger Xbox auf uns zukommt! Wie könnte das also aussehen?


Über den Windows Insider Bereich kann man bereits Versionen testen, in denen der von den PC-Handhelds wie der ROG Xbox Ally bekannte Xbox Vollbildmodus auch auf einem Desktop PC läuft. Ich nutze das für den Wohnzimmer PC schon seit einiger Zeit und muss nur selten mal die Maus und Tastatur dazu holen.


Startet man mit den korrekten Einstellungen direkt in diesen Modus, lädt Windows 11 einen ganzen Schwall weniger Hintergrundprogramme und das ganze lässt sich mit dem Controller steuern und auch Spiele anderer Launcher wie Steam und Epic werden eingebunden und können über die Xbox Oberfläche per Pad gestartet werden.

Kommt man vom PC läuft das ganze eigentlich sehr rund, ist aber zugegebenermaßen noch ein Stück weg von der einfachen Bedienung in Steam OS oder sogar noch weiter von der Bedienung klassischer Konsolen wie der Series X.


Man wird außerdem sehen, wie offen das ganze dann tatsächlich ist und ob man mit Bordmitteln Launcher wie Steam so einbinden kann, dass es sich natürlich anfühlt oder ob Microsoft den Microsoft Store so hart forciert, dass man nur mit Umwegen auf den Kaufprozess in Fremdlaunchern zugreifen kann.


Eine weitere Herausforderung eines Gaming PCs muss Microsoft auf jeden Fall angehen:

Was viele ausblenden, bis Sie dann selbst einen PC haben, sind die notwendigen Einstellungen, die man überall und in unterschiedlichen Programmen und Ebenen finden und kennen muss.

Denn mitunter laufen die Standardeinstellungen in einstelligen FPS Bereichen und man muss sich erst einmal damit auseinandersetzen, was man dort alles einstellen kann und was die Auswirkungen der einzelnen Einstellungen sind. Das ist dann eher Trial and Error und nicht einschalten und losspielen.

Es gibt also einige Fragezeichen wie das ganze umgesetzt wird, aber bei Null anfangen müssen Sie nicht und in der Uni habe ich gelernt, das Klauen nicht schlimm ist.


Denn zu Microsofts Glück gibt es da Valve, die mit dem Steam Deck schon ordentlich Vorarbeit in mehrere Richtungen geleistet haben.

Nicht nur funktionieren der Big Picture Modus und Steam OS schon einige Zeit ganz hervorragend am PC, bereits heute haben viele Spiele am PC eine separate Einstellung für das Steam Deck.

Die Hardware ist bekannt und nicht ganz unähnlich der Anpassung an Konsolen legen die Entwickler die Einstellungen im Vorhinein passend fest und das ganze läuft „out of the box“ mit vernünftiger Performance. Quasi Konsolenlike.

Der Faktor die Spiele manuell im Grafikmenü an die vorhandene Hardware anpassen zu müssen, entfällt also zumindest theoretisch und sollte deutlich einsteiger- und umsteigerfreundlicher sein. Sollte sich das Konzept durchsetzen, kann es ja durchaus möglich sein, dass Spiele noch genauer an die festen Hardwarevorgaben angepasst werden und die Helix sogar über ihrer Gewichtsklasse Xboxt.

 

APU oder Mehr als die Summe der einzelnen Teile


Natürlich gibt es zur Hardware noch keine genauen offiziellen Aussagen, aber lasst uns einmal schauen, was bestätigt ist und was wir uns als grobe Orientierung aus den bisherigen Gerüchten und Leaks zusammenreimen können.

Microsoft hat die Entwicklung unter dem Codenamen Project Helix bereits bestätigt und das ganze soll „führende Performance“ bieten.


Klar ist, dass AMD den SoC (Magnus) liefert und der wohl in 3nm bei TSMC produziert wird. Bis 2027 wird daran gearbeitet und Ende 2027 oder vielleicht eher 2028 soll das Ganze auf den Markt gebracht werden.


Auf der Prozessorseite steht ein System basierend auf 3x Zen6 und 8x Zen6c Kernen, 24 bis 32 GB GDDR7 Unified Memory und unterstützt von einer GPU, die wohl auf UDNA/RDNA 5 basiert und je nach Leak irgendwas zwischen 40 und 80 CUs(Recheneinheiten) liefert. Das könnte also über oder unter dem Niveau einer 9070XT mit 64 CUs der nächsten Generation an Grafikbeschleunigern von AMD sein.


Die Gerüchteküche kocht hier schon mal knapp 6-fache Raster und 20-fache RayTracing-Leistung verglichen mit der Series X.

Leistung auf dem Niveau einer 5080 oder 4090, ist das als Perspektive für das Release Fenster und den Preispunkt realistisch? Warten wir es ab.


Zum Vergleich: Die XBOX Series X nutzt 8xZen 2 und RDNA 2 mit 52CUs, hier liegen also 4 bzw. 3 Generationen und ein paar zusätzliche Recheneinheiten dazwischen. Mit entsprechenden Performancesteigerungen allein durch die Fortschritte zwischen den Generationen.


Auf der Prozessorseite ist das bei Betrachtung der Single Core Leistung noch ganz gut einzuordnen: Zen 2 bis Zen 5 schafft schon oft mehr als 60% Steigerung auf einem einzelnen Kern und der Schritt von Zen 2 zu Zen 5 kann in CPU limitierten Szenarios am PC leicht eine Verdoppelung der Bildrate erreichen. Bei den Grafikarchitekturen ist es nicht ganz so leicht vergleichbar, aber wenn man sich die Steigerungen von RDNA2 zu RDNA3 zu RDNA4, insbesondere bei Raytracing, ansieht, scheinen 6x Raster und 20x RT gar nicht mal so unrealistisch, denn wir gehen hier ja auch zusätzlich zu deutlich schnellerem und mehr Speicher mit den Schritt von GDDR6 zu GDDR7 mit angeblich mehr als 800GB/s Bandbreite!

Auf der Hardwareseite sieht das also eher nach stabil als nach stabiler Seitenlage aus.


Neben der gesteigerten Leistung werden allerdings sowohl die neue Xbox, als auch Sonys PlayStation 6 etwas unterstützen, was die aktuelle Xbox nicht kann: Techniken wie AI basiertes Upscaling und vermutlich auch Framegeneration.


Was genau das bringen kann, zeigt ein kurzer Blick auf Resident Evil Requiem und dort auf Konsolenseite ausgerechnet auf die Konkurrenz in Form von PSSR 2.0 ( aka wir haben FSR4 zu Hause) auf der PlayStation 5 Pro und dem CNN basierten DLSS Derivat auf der Switch 2. Das Handheldchen mit den paar Watt Verbrauch skaliert von 540p hoch auf Full HD und sieht dabei ziemlich okay bis recht gut aus. Zumindest nicht wesentlich schlechter als die PlayStation 5 Amateur.


 

Bis 2027 und mit bereits von Grund auf geplanter Unterstützung für ebensolches Upscaling sollte das optisch ein üppiges Stück nach vorne gehen, denn weder PSSR 2.0, noch DLSS auf der Switch arbeiten auf dem Niveau des Status Quo am PC, in Form von FSR4 Project Redstone und DLSS 4.5! Die Entwicklung steht auch dort natürlich nicht still.


Zusammengefasst sollte sich gesteigerte Leistung in Teraflops bei CPU und GPU hier also noch in ein gutes Stück mehr Optik umwandeln, als das reine Performance Upgrade rechnerisch auf dem Papier erwarten lässt.

Das sieht in allen Bereichen nach einen klaren Schritt nach vorne aus. Übrigens auch im Vergleich zu den Leaks der PS6.

Hier muss sich dann noch zeigen, was Xbox-Windows zusätzlich zum proprietären Sony OS schluckt und was von den vermuteten mindestens 20% Performance Vorteilen am Ende tatsächlich übrig bleibt.

 

Knockout? Oder BAM und dann Vollgas?


Wann wird Sie denn jetzt rausgehauen? Und viel wichtiger. Wird Sie uns alle umhauen?


Sicherlich nicht ganz unabhängig von der Entwicklung der aktuellen Speicherkrise und des noch nicht kommunizierten Preises der Steam Machine, die um einen ähnlichen Käuferkreis buhlt, sagen Gerüchte derzeit Ende 2027 für 999 bis 1199$ voraus. Puh.


Sieht aus Konsolenperspektive jetzt erstmal teuer aus. Aus PC Selbstbauer Sicht klingt 5080er Performancelevel für knapp 1K auf der anderen Seite schon ziemlich nice. Hier hat Microsoft meiner Meinung nach aber massive Vorteile, denn die Kassen sind gut gefüllt und ein wenig subventioniert ist bei Microsoft ganz legales Doping.


Mehr Performance, mehr Spielauswahl als die Konsole und viel weniger der Herausforderungen eines normalen Gaming PCs? Im besten Fall ja. Microsoft kann hier wirklich Brücken bauen, wenn Sie nicht wieder halbherzig an Ihre Projekte gehen, sondern ein klares Ziel auch mal wirklich verfolgen.


Würde ich persönlich als PC Gamer dafür die Freiheit opfern, selbst alles jederzeit einzeln austauschen zu können? Niemals!


Habe ich trotzdem über den Kauf nachgedacht, auch, weil ich zum Beispiel die Steam Machine im Vergleich zu meinem ITX System total niedlich finde und mich frage, was Microsoft da bauen kann? Definitiv ja.




Und dem nächsten PC Noob, der erstmal ein bis zwei Wochenenden Bootcamp braucht, um Treiber korrekt zu installieren und die Auswirkungen von Grafikeinstellungen abschätzen zu können, kann man dann guten Gewissens zu einer Xbox raten.


Also: Bitte sei kein Zune, Windows Phone, Microsoft Bob oder Surface RT 🙏🏻

 

Wie es weiter geht erfahren wir in Kürze:

Auf der GDC gibt es bald weitere Nachrichten. Da Sharma mal ob die Helix nen mad booty hat.



Weitere Gedanken, die mir so in Bezug auf die HeliXbox kamen:


●      Es wird spannend, ob Online Gaming dann free for all wird. Das würde Sony unter Druck setzen und hätte so vielleicht direkt positive Auswirkungen auf den gesamten Gaming Markt


●      Gespannt darf man zudem sein, ob bei einer offeneren “Konsole” auch mehr Peripherie unterstützt wird. Nicht mehr für jedes Gerät ein Headset und ein Lenkrad kaufen zu müssen, wäre ein ziemlich netter Nebeneffekt.


●      können Steam Machine und Xbox Helix dafür sorgen, dass man ohne Frickelei einen PC per Controller oder HDMI aufwecken kann, weil die Technik dann auch für normale PCs verfügbar ist? Das wäre tatsächlich sehr willkommen


●      Wie viel Copilot AI Rotze werden wir ertragen müssen?


●      Wird es auch eine HELIS geben für einen geringeren Preis?


●      Wie schnell folgen weitere Updates? Wird der Konsolenzyklus kürzer?

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page