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Planet of Lana - Catgirl

  • Autorenbild: Mikel
    Mikel
  • 6. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Apr.



Planet of Lana habe ich mir ehrlicherweise nur gekauft, weil Terra Memoria bei Super Rare

Games nur noch in einem Pack mit diesen beiden Spielen und Astrea: Six-Sided Oracles erhältlich war. Deshalb habe ich Planet of Lana auch in der Deluxe Edition. Als Erwachsener, der schon einige Puzzle Platformer wie Limbo gespielt hat, fand ich es gut, aber nicht bemerkenswert. Als Zuschauer und Helfer für ein Grundschulkind hat es ziemlich Potenzial.


Offbrand Ghibli


Eigentlich macht Planet of Lana viel richtig. Allen voran der wunderschöne Stil. Dieser orientiert sich, oh Wunder, an den Filmen von Studio Ghibli. Teilweise habe ich mich auch an europäische Comics erinnert, die ja oft ihren eigenen Stil trotz starkem Realismusbezug haben. Die Panoramen dieser 2D-Welt sind teilweise wunderschön. Zwar gibt es eigentlich nichts visuell komplett Außergewöhnliches, was aber auch logisch ist. Die menschlichen Siedler haben diesen Planeten explizit wegen seiner Erdähnlichkeit besiedelt. Die Fauna zeigt noch ehesten, dass es sich um einen anderen Planeten handelt. Die Lebewesen sind teilweise sehr ungewöhnlich, können mich jedoch stilistisch nicht völlig überzeugen. Denn zur besseren Sichtbarkeit sind alle nur in unterschiedlichen Schattierungen von Schwarz gehalten. Bis auf ihre Augen, die aber immer weiß sind.



Generell ist die Bildsprache in diesem Spiel nicht nur schön, sondern auch funktional und klar. So kann man immer deutlich sehen mit welchen Elementen man interagieren kann und welche nur hübscher Teil der Landschaft sind. Die Rätsel sind deshalb sehr schnell durchschaubar. Eigentlich wäre das gut, wenn sie dadurch nicht zu einfach werden würden. Weder bei Limbo, Dungeons of Dreadrock oder The Last Campfire bin ich so problemlos durchgekommen. Nie war da wie so häufig bei mir die Verlockung, nach einem Guide zu greifen. Hängengeblieben bin ich eigentlich nur, weil ich mich bei den Sprungpassagen dumm angestellt habe. Und die sind eher wegen der absichtlich trägen Steuerung und ausufernden Animationen schwierig. Erschwerend kommt hinzu, dass nach dem ersten Drittel keinerlei neuen Elemente hinzukommen. Da man wegen dieser wenigen Interaktionsmöglichkeiten nur eine recht schnell erschöpfenden Pool an Rätseln hat wiederholen sich diese in ihrer Struktur recht schnell. Im letzten Drittel schert nur eines aus, weil es eine Art "Passwort" benötigt. Ansonsten hat man ab diesem Zeitpunkt jede Rätselart schon mindestens einmal gesehen.

Andererseits ist diese Übersichtlichkeit und Unmittelbarkeit für Kinder super. Denn auch wenn die auf einzelne Abschnitte beschränkten Rätsel für einen erwachsenen Vielspieler zu einfach sind stellen sie immer noch gute Kombinations- und Koordinationsherausforderungen dar. Sie sind auch alle in sich logisch, sodass man entweder durch Kombinieren oder Ausprobieren auf die Lösung kommen kann.


Von Katzen und Kindern



Was nicht heißt, dass man teilweise nicht erstmal die schon ausgeknobelte Lösung umsetzen muss. Meist ist das auch recht einfach. Ich kann mir nur vorstellen, dass ein Kind mit weniger Übung da mehr Probleme haben kann. Denn recht früh findet man mit der Alienkatze Mui eine treue Begleiterin. Und kurz nachdem sich Lana und Mui zusammen gerauft haben kommen dann auch immer öfter Passagen, in denen man beide teilweise gleichzeitig koordinieren muss. Bei den Kombinationsrätseln geht es dabei nur um die richtige Positionierung. Das sollte eigentlich immer gut schaffbar sein sein. Vor allem, wenn ein zweites Paar Augen vielleicht die Spielelemente identifiziert. Haariger sind die Koordinationsherausforderungen. Wegen der oben erwähnten Trägheit hat man teilweise sehr wenig Zeit zu reagieren. Zum Glück sind die automatischen Checkpoints sehr fair gesetzt. Teilweise wird sogar in den Zwischenschritten der Rätsel gespeichert.


I need an adult


Das beugt Frust vor. Für Eltern, die ihre Kinder begleiten, sind aber ganz andere Stellen relevanter. Es geht schon mit dem Intro los. Lanas Eltern sind gestorben und man kommt an ihren Gräbern vorbei. Mehr oder weniger im Anschluss entführen Roboter die Bewohner aus Lanas Dorf, alles gehüllt in eine bedrohliche Lichtstimmung. Unter den Entführten ist mit Lanas älterer Schwester Elo auch ihre Bezugsperson. Danach irrt Lana erst einmal allein umher und bringt auf ihrem Weg auch ein "Wildschwein" dazu, sich in seinen Tod zu stürzen. Den Kadaver braucht man anschließend, um einen Schalterrätsel zu lösen. Eine für sensible und kluge Kinder wirklich heikle Stelle ist etwas später im Wrack des ursprünglichen Kolonieschiffs. Man findet das an einen kaputten Nannyroboter gekuschelte Skelett eines Kleinkinds. Es lässt sich auch nicht ignorieren, da die Alienkatze vorrennt und die Kamera ein bisschen auf sie draufzoomt, wie sie das Skelett zärtlich anstupst. Wesentlich weniger krass, aber vielleicht auch je nach Kind zu viel ist die Trennug von Mui. Während eines Erdbebens werden die kleine Katze und Lana in einer Höhle getrennt. Lana ruft dann am Boden zerstört nach ihr, aber die beiden bleiben erstmal getrennt. Ihr Wiedersehen finde ich selbst als Erwachsener verstörend. Mui wurde von den Robotern gefangen genommen und in eines der Mutterschiffe gebracht. Auf der Suche nach ihr kommt man in eine Fertigungsanlage, in der die außerirdischen Wildschweine geschreddert und zu Treibstoff verarbeitet werden. Plötzlich taucht in einem Glaskäfig Mui auf. Die Musik wird dramatischer und es wirkt für einen Moment so, als ob unsere niedliche, kleine Begleiterin ebenfalls dieses Schicksal erleidet. Die Fertigungsanlage sortiert sie jedoch aus. Die armen Schweine danach haben nicht so viel Glück. Die ganze Szene fand ich als Erwachsener schon schlimm, aber ein Kind sollte dabei definitiv begleitet werden.



Die anschließende Verfolgungsjagd durch die dunklen Eingeweide des Schiffs kann je nach Person auch ein bisschen zu nervenaufreibend sein. Dies ist alles unabhängig davon, dass Lana und Mui im normalen Spielverlauf getötet werden können. Dies geschieht zwar unblutig, aber jeder hat da ja eine andere Toleranz für.


Bis ans Ende der Welt



Das waren jetzt nur Beschreibungen einzelner, für Kinder bedenklicher Szenen, aber worum geht es im Spiel eigentlich? Lana lebt mit ihrer älteren Schwester Elo in einem friedlichen Fischerdorf. Eines Tages fallen Roboter vom Himmel und beginnen die Dorfbewohner gefangen zu nehmen. Lana entkommt ihnen glücklicherweise und macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Diese Suche führt sie durch einige Gegenden ihres Heimatplaneten. Bis auf die kleine Alienkatze Mui begegnet sie nur recht spät im Spiel alten Mann. Da die Charaktere nur Kauderwelsch reden sind sie aber nicht so wichtig. Auf ihrer Reise findet man als Spieler heraus, dass die Menschen dieses Planeten ursrpünglich von der Erde stammten. Die sehr gut versteckten, optionalen Collectibles machen das noch klarer. Mit einem Guide lassen sie sich Dank Kapitelwahl nach einmaligem Durchspielen auch recht schnell finden. Man findet außerdem heraus, dass die Roboter ebenfalls menschengemacht sind und sich durch eine Melodie steuern lassen. Generell ist Musik ein wichtiges Element des Spiels. Und der Soundtrack ist großartig. Man kann ihn auch gut losgelöst vom restlichen Spiel hören.


Fazit



Planet of Lana mach audiovisuell so viel richtig. Seine Bildsprache ist ausdrucksstark und der Soundtrack göttlich. Spielmechanisch ist es hingegen ein schwächerer Puzzle Platformer. Limbo, Dungeons of Dreadrock oder The Last Campfire sind als Spiel wesentlich besser. Als gemeinsames Erlebnis als begleitender Erwachsener ist es vielen anderen Spielen dieser Art auf Grund seiner Stärken jedoch haushoch überlegen. Unrabbatiert kostet es 20€, die diese Spielweise auf jeden Fall wert sind. Wenn man es nur für sich haben will würde ich einfach auf einen der zahlreichen Sales warten, denn es wird mittlerweile ziemlich oft für unter 10€ angeboten.


Plattform: Switch


Komplettiert: Ja


Spielzeit: Knapp 5 Stunden


Sprache: Deutsch



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