God of War - Sons of Sparta
- Kingscrown

- 18. März
- 6 Min. Lesezeit
Was mit spürbarem Enthusiasmus und Vorfreude begann endete mit Fassungslosigkeit und Wehmut.
Was bei allen Göttern hat sich Sony dabei gedacht?
Wer konnte das hier auch nur ansatzweise für eine Gute Idee halten und welcher „Held“ hat dieses Spiel durchgewunken?
Aber damit ihr versteht, was mich hier so fassungslos zurücklies beginne ich am besten ganz am Anfang.

Bei meinem persönlichen Verhältnis zu God of War.
Wer darauf keinen Bock hat kann aber auch gerne Vergangenheit überspringen und direkt bei Gegenwart weitermachen.
Vergangenheit
Ich liebe God of War. Ich war definitive einer der größten Fanboys auf diesem Planeten und eine Kratos Actionfigur mit den ikonischen Chaosklingen steht nach wie vor auf meinem Regal.
Als das Spiel 2005 erschien traf es einen Nerv. Die Tests überschlugen sich, ich war mehr als angefixt, und mein 25-jähriges Ich wollte dieses Spiel…jetzt…sofort…um jeden Preis! Dank Importmöglichkeit und PS2 hielt ich es dann tatsächlich endlich in Händen und mit zitternden Fingern landete das Spiel im Laufwerk der PS2. Es dauerte keine Stunde und ich war schockverliebt. Der Art Style! Das schnelle Kombo lastige Kampfsystem das es einem erlaubte die Gegner in geradezu sadistischer Manier zu zerlegen, und mit brachialen Finishern regelrecht zerplatzen zu lassen! Und das dieses Kampfsystem aggressives Vorgehen auch noch belohnte und den Hass und die unfassbare Wut des Protagonisten Kratos dadurch geradezu perfekt transportierte war nur die Kirsche auf der Torte! Die Mischung aus brutalen Kämpfen, Rätseln, und Jump and Run Abschnitten! Und nicht zuletzt die brachialen Bosskämpfe, die dermaßen gewalttätig und Over the Top inszeniert waren, und jedes Mal aufs Neue mein 25-Jähriges Ich mit offenem Mund vor dem Fernseher zurückließen! In welchem Spiel konnte ich vorher schon in der ersten Stunde die Hydra zerlegen und ihre Köpfe in damals ultrabrutalen Quick Time Events auf den abgebrochenen Masten eines Schiffes aufspießen? Und das war nur der verdammte Anfang! Man kann die Begeisterung die ich damals empfand denke ich herauslesen.
Zugegebenermaßen, Kratos war nie ein sympathischer Charakter, Frauen waren nur bessere Orb Piniatas, und heute hätte man wahrscheinlich sämtliche Gleichstellung und Diversitätsorganisationen in Alarmstellung, die kreischenden Harpyien gleich, die Entwickler heimsuchen würden, wie Kratos damals den Olymp. Aber God of War war eben ein Kind seiner Zeit, und so etwas, wie den brutalen Rachefeldzug des grummeligen wahnsinnigen Spartaners hatte es so noch nicht geben. Ich war begeistert gehyped und habe glaube ich so ziemlich jeden in meinem Umfeld damit genervt wie genial dieses Spiel ist.
Um es kurz zu machen. Ich habe Teil 2 und Teil 3 entgegengefiebert, habe jeden der Teile verschlungen, und mit Teil 3 wurde die Geschichte rund um Kratos auch zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht, Er bekam seine Rache…Ruhe Sanft…ich hoffe du hast deinen Frieden gefunden.
Die Spiele legten den Grundstein, dass ich bis heute ein Fan solcher Action Adventures bin. Nur leider gab es danach nicht mehr viele solche Spiele. Ich stillte meinen Durst an den God of War Prequels, prügelte mich durch Dantes Inferno, feierte Castlevania Lords of Shadows, ihr kennt das, man nimmt was man kriegt.
Dann wurde ein neues God of War angekündigt. Erst war ich gehyped. Dann zunehmend skeptisch. Kratos als Vater? Der Sohn der uns begleitet und in Kämpfen unterstützt? Na gut, abwarten wird schon alles werden. Am Release Tag ab in den Laden, das Spiel gekauft, vorfreudig losgelegt und……ich prallte erstmal hart davon ab. Das war nicht das God of War das ich von damals kannte und wollte. Kratos Charakter wurde deutlich verändert und angepasst. Gut ist dem Zeitgeist geschuldet, und damit hätte ich mich auch abfinden können. Womit ich mich nicht abfinden konnte war erstens das Leveldesign. Statt abgeschlossenen begrenzten Level mit Abzweigungen hier und da um optionale Geheimnisse zu finden, hatte ich plötzlich eine halboffene Welt. Einen Hub, ein Boot, mehrere Anlegestellen, verflucht was sollte das? Aber gut auch damit hätte ich mich anfreunden können. Wenn nicht, ja wenn nicht das Kampfsystem gewesen wäre. Wo zum Henker waren meine Chaosklingen? Warum hatte ich auf einmal eine Axt die sich noch dazu extrem schwerfällig anfühlte? Und warum bei allen neun Kreisen der Hölle musste man das Kampfsystem in Richtung Soulslike trimmen? God of War war immer ein pfeilschneller Komboslasher und auf einmal fühlte sich der Kampf behäbig, und gegen das was ich von Kratos gewohnt war geradezu absurd langsam an. Ich war fassungslos. Und ja ich weiß das man sehr viel später im Spiel die Chaosklingen bekam, aber bis dahin hatte ich mich durch ein Spiel gequält das nicht mehr viel mit dem ursprünglichen God of War zu tun hatte das ich damals so liebte.
Ich kann jeden verstehen der sagt das die Neuausrichtung dringend notwendig war. Für mich allerdings ist God of War damals mit Ascension endgültig gestorben.
Die Gegenwart
Ich hatte mit God of War eigentlich abgeschlossen. Good old Times, sicher auch verklärt durch die Nostalgiebrille, kommt halt nicht wieder.
Dann wie aus dem Nichts kündigte Sony einen Shadow Drop an. God of War Sons of Sparta. Ein 2d Ableger der Kratos Jugend beleuchtet. Die ersten Screenshots machten Lust auf mehr. Schöne Pixel Art auch wenn die Figuren etwas verwaschen wirkten. Das Kampfsystem wirkte deutlich dynamischer. Und optimistisch wie ich bin dachte ich mir, ach was hast du schon zu verlieren siehst du es dir halt an. Kann ja nur besser werden.
Ich sollte meinen Optimismus das nächste Mal gleich am nächsten Olivenbaum aufhängen……
Also Spiel gekauft installiert und losgezockt.
Objektiv betrachtet haben wir hier einen Vertreter der 2d Metroidvanias,

Also eine große zusammenhängende Welt die man sich nach und nach erschließt indem man neue Fähigkeiten freischaltet, die wieder neue Wege eröffnen die zuvor versperrt waren, um wieder neue Fähigkeiten…, ihr kennt das.
Das Spiel ist, auch dank diverser Schwierigkeitsgrade, deutlich vergebender als knallharte Vertreter wie Silksong oder Hollow Knight.
Die Story dreht sich um den 13-jährigen Kratos, während seiner Ausbildung in Sparta, der sich mit seinem Bruder Deimos auf die Suche nach ihrem Kameraden Vasilis macht. Dies erzählt er in einer Rahmenhandlung seiner Tochter Calliope. Mehr werde ich hier auch nicht verraten, aber so viel sei gesagt, die Story plätschert nett vor sich hin ohne große Highlights zu besitzen. Allerdings gibt es für God of War Fans genug Details und Lore zu entdecken.
Ihr habt ein Kampfsystem das sich auf Speer und Schild stützt, die ihr mit Ressourcen die ihr findet verbessern könnt. Ansonsten das übliche Spiel aus ausweichen parieren blocken, und die Attacken der Gegner lesen. Zwischendurch habt ihr auch Bosskämpfe die aber auch nicht sonderlich in Erinnerung bleiben.
Die Grafik ist hübsch aber nicht überwältigend und….merkt ihr langsam was?
Das große Problem dieses Spiels ist, das es nichts hat was es auch nur irgendwie herausragend macht. Es spult nett und brav sämtliche Checkboxen ab, die man von einem Metroidvania erwartet, ist überall kompetent genug um nicht weh zu tun, und nicht groß aufzufallen.

Nehmt dazu ein paar komische Designentscheidungen, wie zum Beispiel der Koop Modus der erst nach Beenden des Spiels freigeschalten wird, und einige Spitzen im Schwierigkeitsgrad, die manche Stellen aus heiterem Himmel fast schon frustrierend machen können, und schon haben wir den Salat.
Wem sollte ich dieses Spiel empfehlen? Wenn ihr Metroidvania Junkies seid auf der Suche nach dem nächsten Fix, klar könnt ihr machen. Gibt Besseres aber auch sicher viel Schlechteres. Erwartet nur nicht das hier irgend etwas herausragend ist.
Wenn ihr jedes Fitzelchen God of War Lore aufsaugen wollt, dann könnt ihr euch auch Videos dazu ansehen, und müsst euch hier nicht durchquälen.
Wäre das hier irgendein Indie Projekt, das nicht den Titel God of War trägt, würde ich deutlich wohlwollender auf dieses Spiel blicken.

Aber es heißt nun mal God of War.
Ja es ist ein nettes kleines Spiel, ganz kompetent in dem was es macht, tut niemandem weh, hat aber auch keine großen Highlights. Spätestens 3,4 Tage nachdem ihr es beendet habt, habt ihr es auch schon wieder vergessen.
Und das ist wohl das Schlimmste was ich über ein neues God of War sagen kann.
Zukunft
Die WTFPS Redaktion im Jahre 2029
Glayd: „Hey Crownie hast du schon gehört es gibt Details zum GoW Remake von Sony. Das Kampfsystem dürfte wohl an die neuen Teile angepasst worden sein und Kratos wird jetzt als liebender netter Mensch und Vater dargestellt der von Ares in den Wahnsinn getrieben…“
Kingscrown:“ Was? Was zur Hölle. Diese Miesen Sony Beeep , Verdammter Beep Corey Barlog ich werde die Beep, wollen die mich eigentlich Beep Beep Beep! Gib mir den Schlüssel zum Redaktionsschrank! Ich brauch die Chaosklingen ich werde die alle Beep Beep Beep…was soll das heißen nur Attrappen! Ich will hee aus nein ich will keine Tabletten ich bin ganz ruhig das ist kein Schaum vor meinem Mund Lasst mich!!!….“




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