John's joviales Joystick-Journal
21.9. - 27.9.2026
KW 39
Kennt ihr dieses Phänomen? Man beendet ein großes Abenteuer, schaut auf den eigenen Spieleordner und plötzlich wirkt alles ein bisschen weniger spannend als noch vor einer Woche. Genau dort befinde ich mich aktuell.
Deshalb habe ich zwar ein paar Dinge ausprobiert, aber noch kein neues Spiel gefunden, das mich komplett gepackt hat.
Zwischen Controlverlust und Finsternis
Ein wenig Zeit habe ich diese Woche in Control investiert. Remedy bleibt einfach Remedy. Schon nach kurzer Zeit fliegen wieder Bürostühle durch die Gegend, die Realität macht seltsame Dinge und man fragt sich permanent, ob irgendwer in diesem Gebäude eigentlich noch einen normalen Arbeitstag hat. Bin gespannt ob ich es dieses Mal schaffe dran zu bleiben.

Außerdem habe ich The Darkness II beendet.
Das Spiel ist erfreulich kompakt und damit genau die richtige Länge für eine Woche, in der ich nichts Neues Großes anfangen wollte. An den ersten Teil kommt es für mich zwar nicht heran, gerade bei Atmosphäre und Story fehlt etwas von dem besonderen Charme des Vorgängers. Trotzdem bleibt das Ganze ein verdammt solider Shooter mit einem nach wie vor ungewöhnlichen Konzept und einigen herrlich überdrehten Momenten.
Ein gutes Spiel, nur leider ein Opfer seines großartigen Vorgängers.
Demokratische Wikinger
Natürlich gab es auch diese Woche die Treffen mit den üblichen Verdächtigen.
Valheim läuft bei WTFPS weiterhin unter dem Decknamen "Wir schauen nur kurz rein". Was in der Praxis meistens bedeutet, dass plötzlich mehrere Stunden vergangen sind und man überrascht feststellt, dass man den gesamten Abend mit Holz, Stein und irgendwelchen Bauprojekten verbracht hat.

Dieses Mal hatte ich mir mit Crownie und Gigsen vorgenommen, den zweiten Boss zu dritt zu legen. Also todesmutig auf ein Floss gesprungen, aufgrund des verlässlichen Gegenwinds gefühlte drei Stunden in Schrittgeschwindigkeit über den Ozean, zwei bis drei Herzinfarkte wegen der abartig hohen Wellen und kaum angekommen direkt von einer Masse an Grauzwergultras komplett zerlegt worden. Das waren wirklich, wirklich verdammt viele. Und quasi alle mit Sternen.
Der Rest des Abends bestand dann aus den Versuchen nackig wieder an die Ausrüstung zu kommen. Wir haben das Ganze jetzt einfach mal auf "nächstes Mal" geschoben.
Ebenfalls gesetzt war eine längere Session Helldivers 2. Mittlerweile ein festes Ritual mit meiner Seniorengruppe. Irgendwann trifft man sich, verteilt Freiheitslieferungen mit mm Kennung oder Gewichtsangabe und diskutiert anschließend darüber, warum der Tod durch Friendly Fire selbstverständlich die Game Engine oder Lag war.

Business as usual.
Serien statt Spiele
Weil mich spielerisch nichts so richtig festhalten konnte, habe ich auch diese Woche deutlich mehr gestreamt als üblich.
Zunächst stand Supergirl auf dem Programm. Mir hat der Film beziehungsweise die aktuelle Interpretation der Figur tatsächlich richtig gut gefallen.

Da liest man vor dem Schauen Kritiken, erwartet aufgrund der Bewertungen etwas Mittelmäßiges und sitzt anschließend da und fragt sich, ob man wirklich denselben Film gesehen hat.
Natürlich ist nicht alles perfekt, aber insgesamt hatte ich damit deutlich mehr Spaß als viele Kommentare vermuten lassen würden.
Anschließend habe ich mir die ersten drei Folgen Lanterns angesehen. Die Serie gehört zu den neueren DC-Projekten und schlägt einen deutlich anderen Ton an als viele frühere Produktionen des Universums. Weniger Weltuntergang, mehr Ermittlungsarbeit, mehr Charaktere, mehr Mystery. Ein Ansatz, der dem Stoff überraschend gut steht.
Die größte Entdeckung der Woche war allerdings ganz klar:
Warrior ist komplett an mir vorbeigegangen
Manchmal stößt man zufällig auf eine Serie und fragt sich nach wenigen Folgen, warum man von ihr nie etwas gehört hat.
Genau das ist mir mit Warrior passiert.
Die Serie basiert auf einem Konzept des legendären Bruce Lee und spielt Ende des 19. Jahrhunderts während der Tong-Kriege im chinesischen Viertel von San Francisco. Im Mittelpunkt steht Ah Sahm, gespielt von Andrew Koji, der auf der Suche nach seiner Schwester nach Amerika kommt und schnell mitten in Machtkämpfen zwischen rivalisierenden Gangs landet.
Das Besondere ist die Mischung der Zutaten.
Warrior verbindet Martial-Arts-Action, Gangsterdrama, Western, historische Gesellschaftsstudie und politische Konflikte zu einem sehr gelungenem Mix.

Die Kämpfe sind hervorragend choreografiert, die Figuren machen Spaß und das Setting hebt sich angenehm vom üblichen Einheitsbrei ab. Irgendwo zwischen Kung-Fu-Film, Western und Krimiserie hat die Serie eine ganz eigene Identität gefunden.
Ich bin aktuell noch in Staffel eins, habe aber bereits das Gefühl, dass das eine der angenehmsten Überraschungen des Jahres für mich werden könnte.
Black Clover: Gut, aber noch kein Volltreffer
Außerdem habe ich mit Black Clover begonnen.
Bisher finde ich den Anime durchweg solide. Die Welt funktioniert, das Tempo ist in Ordnung und die Grundidee trägt die Geschichte gut.
Der berühmte Funke ist bei mir bislang allerdings noch nicht übergesprungen.
Das bedeutet nicht, dass ich ihn schlecht finde. Ganz im Gegenteil. Aktuell bewegt sich Black Clover für mich irgendwo im Bereich "gut und unterhaltsam", hat aber noch nicht den Punkt erreicht, an dem ich sofort zur nächsten Folge greifen muss.
Fazit der Woche
Diese Woche war also vor allem eine Übergangswoche.
Ich habe noch kein neues Spiel gefunden, das die Lücke füllen kann, die Blood of Dawnwalker hinterlassen hat. Dafür gab es ein paar interessante Ausflüge in ältere Spiele, die obligatorischen Abende mit Helldivers und Valheim sowie überraschend viel Zeit vor Streamingdiensten.
Vor allem Warrior hat sich dabei als echtes Highlight erwiesen.
Und manchmal ist das vielleicht auch völlig in Ordnung. Nicht jede Woche braucht den nächsten Gaming-Besessenheitszustand. Manchmal reicht es, ein paar verschiedene Dinge auszuprobieren und zu schauen, woran man als Nächstes hängen bleibt.
Highlight der Woche: Warrior und die Erkenntnis, dass Martial Arts, Gangsterdrama und Western offenbar eine hervorragende Kombination sind.
Beendet: The Darkness II
Dauerbrenner: Valheim und Helldivers 2
Plan für nächste Woche: Noch kein großes Spiel anfangen, das 100 Stunden verschlingt. Schließlich steht mit Gears of War: E-Day bereits der nächste Schwergewichtler vor der Tür. Bis dahin wird weiter nach dem perfekten Titel gesucht, um die Wartezeit zu überbrücken.





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