top of page

John's joviales Joystick-Journal

12. Okt.
5 Min. Lesezeit

KW 41

5.10 - 11.10


Von Burnout-Vibes, Green Lanterns und dem Plan, eigentlich etwas ganz anderes zu spielen


Irgendwie hatte ich für diese Woche einen ganz anderen Plan.

Der Name Gears of War: E-Day stand seit Wochen fett im Kalender. Genau wie bei vielen anderen sollte es einer dieser Titel werden, die den restlichen Spielealltag für einige Zeit komplett verdrängen. Eigentlich.

Stattdessen hat mich ein Spiel erwischt, das ich zwar auf dem Schirm hatte, von dem ich aber nicht erwartet hätte, dass es praktisch meine gesamte Gaming-Woche verschlingt.

Und so kam es, dass ich deutlich mehr Zeit in einem Star-Wars-Racer verbracht habe als in Marcus Fenix' neuem Abenteuer.


Star Wars Galactic Racer ist verdammt gut geworden


Ich hatte hohe Erwartungen an Star Wars Galactic Racer.

Das liegt vor allem daran, dass hier Entwickler beteiligt sind, die ihre Wurzeln bei Burnout haben. Und wer damals mit Burnout groß geworden ist, weiß genau, welches Gefühl ich meine.

Dieses permanente Adrenalin.

Dieses "eine Runde noch".

Dieses Gefühl, mit absurdem Tempo nur Millimeter vom kompletten Kontrollverlust entfernt zu sein.


Die Dinger sind echt knifflig, wenn Dir kurz zuvor mal wieder der Gleiter einfriert
Die Dinger sind echt knifflig, wenn Dir kurz zuvor mal wieder der Gleiter einfriert

Genau diesen Geist hat Galactic Racer für mich überraschend gut eingefangen.

Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Arcade-Racer aussieht, entwickelt durch seine Run-Struktur und die Roguelite-Elemente einen erstaunlichen Sog.

Das Schiff nach und nach weiterzuentwickeln, Builds auszuprobieren und zu schauen, wie weit man mit dem aktuellen Setup kommt, funktioniert für mich hervorragend.

Dazu kommen eine exzellente Geschwindigkeitsdarstellung, eine angenehm direkte Steuerung und ein Multiplayer, der bislang genau das macht, was er soll: funktionieren.

Viel mehr kann ich von einem Spiel dieses Genres eigentlich nicht verlangen.

Am Ende hat es mich nicht nur abgeholt, es hat meine ohnehin hohen Erwartungen sogar noch übertroffen.


Expedition 33 muss noch eine letzte Reise antreten


Abseits davon habe ich meinen zweiten Durchlauf von Clair Obscur: Expedition 33 fortgesetzt.

Der Hauptgrund dafür ist vergleichsweise profan: Das Spiel verschwindet in Kürze aus dem Game Pass und aktuell besitze ich die PC-Version nicht separat.

Also wollte ich die Gelegenheit nutzen.


Da war noch alles gut. Also abgesehen von dem Altersgenozid
Da war noch alles gut. Also abgesehen von dem Altersgenozid

Interessant ist dabei vor allem, wie unterschiedlich sich der zweite Durchlauf anfühlt. Mit dem Wissen aus dem ersten Run fallen plötzlich viele Details auf, die man beim ersten Mal übersehen hat. Gleichzeitig probiere ich einige Dinge anders aus und gehe an bestimmte Entscheidungen bewusst mit einer anderen Perspektive heran.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Expedition 33 eines der schönsten Überraschungspakete der letzten Jahre ist.

Und bevor es verschwindet, möchte ich diesen zweiten Run definitiv noch abschließen.


Hellraiser sieht besser aus, als es sich spielt


Zwischendurch habe ich außerdem einen Blick in die Hellraiser-Demo geworfen.

Optisch hat mich das Spiel sofort bekommen.

Atmosphäre, Stil, Präsentation und das gesamte Art Design wirken unglaublich stimmig und transportieren genau das, was man sich von diesem Universum wünschen würde.

Spielerisch blieb bei mir dagegen noch etwas Leere zurück.

Nichts davon ist wirklich schlecht.


Das Spiel sieht schon gut aus, dieser Shot zeigt aber gut wie beliebig es sein kann
Das Spiel sieht schon gut aus, dieser Shot zeigt aber gut wie beliebig es sein kann

Aber während die Präsentation sofort Aufmerksamkeit erzeugt, fehlte mir beim eigentlichen Spielen bislang der Moment, in dem ich dachte: "Okay, jetzt verstehe ich, warum ich das unbedingt weiterspielen möchte."

Aktuell bleibt die Demo für mich aber vor allem ein Beispiel dafür, wie stark eine Ästhetik sein kann.


Wikingerabend mit Bosskampf


Natürlich gab es auch diese Woche wieder einen Ausflug nach Valheim.

Zusammen mit Gigsen und Crownie stand der zweite Boss auf dem Programm.

Und der hatte deutlich weniger Interesse daran, sich kampflos seinem Schicksal zu ergeben als sein Vorgänger.


Wir waren Portal gut
Wir waren Portal gut

Das war durchaus überraschend.

Für uns selbstverständlich kein Problem, wir sind schließlich erfahrene Wikinger, hochdekorierte Krieger und absolute Ausnahmeerscheinungen unseres Fachs.

Zumindest lautet so die Version der Geschichte, die wir weitererzählen.

Der Boss liegt jedenfalls.

Und die Siedlung wächst weiter.


Warrior beendet, Lanterns begeistert


Streamingtechnisch war die Woche deutlich aktiver als die Gaming-Seite.

Als Erstes habe ich Warrior beendet.

Für mich bleibt das eine der größten Serienneuentdeckungen des Jahres. Es ist faszinierend, wie vollständig diese Serie an meinem Radar vorbeigeflogen ist.

Martial Arts.

Gangsterdrama.

Western.

Historienserie.

Normalerweise würde ich sagen, dass man sich irgendwann für ein Genre entscheiden sollte.

Warrior sagt stattdessen einfach: Ja.

Die Kämpfe gehören definitiv zu den besseren, die ich in einer Serie gesehen habe, und das San Francisco des späten 19. Jahrhunderts bietet ein Setting, das man im Fernsehen viel zu selten sieht.


Danach ging es direkt weiter mit DCs Lanterns.

Und auch hier wurde ich positiv überrascht.

Was mir besonders gefällt, ist der vergleichsweise bodenständige Ansatz. Statt sofort die komplette Galaxie retten zu müssen, konzentriert sich die Serie zunächst stärker auf ihre Figuren, ihre Beziehungen und die eigentliche Ermittlungsarbeit.

Dadurch fühlt sich vieles persönlicher an. Greifbarer.



Und deutlich interessanter als das, was man sonst häufig im Superheldengenre bekommt.

Überraschenderweise bin ich momentan also ziemlich tief im DC-Kosmos unterwegs.


Peacemaker ist zurück


Außerdem habe ich die zweite Staffel von Peacemaker begonnen.

Die erste Staffel gehört für mich bis heute zu den besten Dingen, die DC in den letzten Jahren produziert hat. Entsprechend hoch liegt die Messlatte.

Ein endgültiges Urteil kann ich nach den ersten Folgen noch nicht abgeben.

Aber bislang macht die neue Staffel genau das, was sie soll: Lust auf die nächste Episode.

Mehr kann man von einem Staffelauftakt eigentlich kaum erwarten.


Das beste Intro aller Superheldenserien!

The Warning, Nine Inch Nails und Busfahrten mit Murakami


Musikalisch stand die Woche vor allem unter dem Zeichen von The Warning.

Nachdem die Tickets für das Konzert im kommenden März gesichert sind, lief die Band praktisch dauerhaft im Hintergrund.



Parallel dazu habe ich sehr viel Nine Inch Nails gehört. Vor allem die Zusammenarbeit von Trent Reznor mit Boys Noize läuft bei mir aktuell rauf und runter.



Dazu kam wieder etwas Lesezeit auf dem Weg zur Arbeit.

Aktuell begleitet mich Haruki Murakamis "Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt" durch die täglichen Busfahrten.

Ich habe den Roman vor Jahren bereits einmal gelesen, erinnere mich aber an erstaunlich wenig. Entsprechend fühlt sich vieles fast wie ein Erstkontakt an.

Und bei Murakami gilt für mich ohnehin dieselbe Regel wie immer:

Entweder sein Stil funktioniert für einen.

Oder eben überhaupt nicht.

Ich gehöre glücklicherweise zur ersten Gruppe.



Fazit der Woche


Eigentlich sollte diese Woche Gears gehören.

Stattdessen wurde sie von einem Star-Wars-Racer gekapert.

Und ganz ehrlich: Ich bereue nichts.

Star Wars Galactic Racer hat mich komplett abgeholt, Expedition 33 bekommt einen würdigen zweiten Durchgang und mit Warrior habe ich eine Serie abgeschlossen, die vermutlich viel mehr Menschen kennen sollten.


Spiel der Woche

Star Wars Galactic Racer


Medienhighlight

Warrior und die Erkenntnis, dass Martial Arts, Chinatown-Gangkriege und Western erstaunlich gut zusammenpassen.


Wikingerleistung der Woche

Der zweite Valheim-Boss. Absolut problemlos. Fragt bitte niemanden nach Details.


Ausblick auf nächste Woche

Den zweiten Durchlauf von Expedition 33 abschließen und dann vielleicht vermutlich doch ganz bald endlich herausfinden, ob Gears of War: E-Day den ganzen Hype wert ist.

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page