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The Innsmouth Case - Bissi Cthulhu geht immer

  • Autorenbild: Glayd
    Glayd
  • 16. März
  • 3 Min. Lesezeit

Neben den großen Hype-Games suche ich gerne im Store nach Angeboten und komischen Indies. Letzten Winter war ich in der alljährlichen Detektiv-und-Cthulhu-Phase. Wie wahrscheinlich weitere große Teile der Gesellschaft… oder halt zwei, drei weitere Leute auf der Welt.


Nach langer intensiver Recherche (7,5 Minuten) hatten mich der niedrige Preis und der Stil der Zeichnung von The Innsmouth Case überzeugt. Regulär kostet es wohl um die 15€. Ich bilde mir ein, dass ich es im Sale nochmal günstiger bekommen habe.

Es ist ein klassisches Choose-Your-Own-Adventure-Buch in Videoform mit schrägen Illustrationen und minimalen Animationen. Das ganze im Cthulhu-Setting. Basiert auf der Novelle The Shadow Over Innsmouth. Hat man scheinbar in 2,5 Stunden durchgelesen. Das Spiel ist etwas länger. Einfach mal den ersten Strang durchgespielt in ner Stunde. Wenn man dann versucht alle Erzählstränge zu finden, landet man bei guten 8 Stunden. Sagt zumindest Howlongtobeat. Ich habe gute 4 Stunden gespielt. Und musste gerade nochmal nachschauen. Habe nur 4 der 23 Achievements erspielt.

Man selbst ist ein abgehalfteter Detektiv, den es für einen Fall nach Innsmouth verschlägt. Das Ganze beginnt wie erwartbar schräg und skurril und bleibt auch durchweg so.


Die offizielle Beschreibung:

„Eine verzweifelte Mutter, ein verschwundenes Mädchen und ein geheimnisvoller Ort – ein Auftrag wie er im Buche steht. Um das rätselhafte Verschwinden der kleinen Tabitha Marsh aufzuklären, braucht es allerdings den härtesten und cleversten aller Detektive… dieser hat jedoch keine Zeit – und somit geht der Job an dich. Dieser mysteriöse Fall entführt dich in das abgelegene Fischerdorf Innsmouth, in dem nichts so ist, wie es zu sein scheint… Rette das Mädchen, löse den Fall, überlebe Innsmouth!“

Und genau in dieser Schreibe ist das ganze Spiel verfasst.

Leider ist das Spiel eins dieser Sorte, bei der man gar nicht so viel drüberschreiben kann, ohne zu viel zu spoilern.


Also gehen wir da mal anders ran. Obwohl das Spiel natürlich mit minimalem Budget erstellt ist, haben mir die Zeichnungen der Umgebung und der Charaktere durch die Bank gefallen. Und zwar richtig gut. Hat mich an Day of the Tentacle erinnert. Aber in weniger bunt und hübscher. Also weniger bunt. Mehr hübsch.

Zusätzlich ist es witzig trocken geschrieben. Und nachdem Terry Pratchett ja sonst nix mehr schreibt, war das hier noch am ehesten etwas, dass mich an Geschichten mit Sam Mumm erinnert hat.

Die musikalische Untermalung ist hierbei auch stimmig. Sowas ist nicht selbstverständlich. Das passt wirklich gut zusammen.

Wie bei Choose-Your-Own-Adventure-Geschichten liegt hier der Reiz in den vielen Geschichten, die dann anders enden als man denkt. Und auch abrupter als gedacht. Da das hier alles eher Kurzgeschichten-Style hat, verliert man dabei nicht viel Zeit, wenn man einen Teil nochmal spielen oder lesen muss. Das unterbricht den Fluss nicht zu sehr, wenn man sich durch die Geschichte probiert.


Es ist zwar schon etwas her. Ich meine aber, ich wurde bei fast allen der Geschichten gut unterhalten und musste auch mehrmals lauthals lachen. Zur Einordnung. Mein Humor ist eher platt. Und genau da trifft das Spiel ins Schwarze.

Ich hatte meinen Spaß erst mal selbst die verschiedenen Abzweigungen zu lesen und mal kürzere oder längere Geschichten zu finden.

Hätte schwören können, dass ich schon das „richtige“ Ende erlebt hatte. Scheinbar fehlen mir aber noch ein paar Enden.

Und das bringt mich abschließend dann zu einem Contra-Punkte. Wie bei solchen Geschichten oder Games üblich kann es sich nervig anfühlen, wenn man den perfekten Durchgang finden will. Es ist das Stochern in den komisch verschachtelten Entscheidungen. Ich spiel sowas gerne erst mal frei Schnauze. Pralle ich dann auf die erste große frustrierende Wand, dann wird halt nach nem guten Walkthrough gesucht. Schwierig wird es bei sowas, wenn man sich nicht spoilern will und nur den nächsten Anhaltspunkt finden muss, um wieder in den Flow zu kommen.

Das Spiel hätte da besser aufgebaut sein können. Man kann zwar direkt in die verschiedenen Bereiche und Areale springen. Hat aber keine Übersicht, was man schon erledigt hat. Und man bekommt keine Hints, wo man am Besten weitermachen sollte.

Ich sehe das solchen Indies aber gerne nach. Finde es aber erwähnenswert, dass das Spiel einen hier ohne große Hilfe lässt.


Das tut dem Spiel aber keinen großen Abbruch. Würde sofort einen weiteren Teil spielen.

Was aber nicht passieren wird. Der Entwickler RobotPumpkin Games hat leider nach 6 Jahren und zwei Games dicht gemacht.  Ist mir aber erst gerade beim Verfassen des Artikels aufgefallen. Das Studio aus Köln hat noch „Plan B from Outer Space: A Bavarian Odyssey“ veröffentlicht. Vielleicht schau ich da mal rein. Oder ich hol doch noch alle Enden in Innsmouth nach. Mal schauen.

Und auch wenn der Entwickler nicht mehr unter uns weilt. Ich kann das Spiel empfehlen. Schaut da mal rein. Mir ist es in so guter Erinnerung geblieben, dass es eins der ersten Spiele ist, die ich vor über einem Jahr gespielt habe und über das ich als erstes schreiben wollte.

Es ist skurril anders und den kleinen Preis definitiv wert.

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