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UNCHARTED 4 – HAPPY BIRTHDAY NATHAN DRAKE

Aktualisiert: 11. Mai

Mann mit grimmigem Blick in dunklem Hemd und Jeans hält eine Pistole im Dschungel. Umgebung ist neblig und bedrohlich.

10 Jahre...10 lange Jahre ist es her seit der bis dato letzte Teil der berühmten Uncharted Serie auf der PS4 erschien.

Uncharted ist Naughty Dogs Take eines modernen Indiana Jones. Es dreht sich um den Schmuggler und Abenteurer Nathan Drake (eigentlich Nathan Morgan), der sich als Nachfahre von Sir Francis Drake ausgibt und sich zusammen mit der Reporterin Elena Fisher und seinem Freund und Mentor, dem Gentleman-Gauner Victor „Sully“ Sullivan immer wieder, auf der Suche nach legendären Schätzen, in halsbrecherische Abenteuer begibt. Dabei stoßen sie auf legendäre Stätten wie El Dorado oder Shambala. Drei Teile waren vorangegangen und 2016 war es endlich soweit. Der vierte Teil stand in den Startlöchern.

Wie habe ich das Spiel damals vergöttert und geliebt. Es in drei sehr langen Sessions, nur unterbrochen durch Lästigkeiten wie Real Life und Schlaf, durchgespielt. Weil ich einfach nicht loslassen konnte und wissen musste wie alles zu Ende geht. Ich Nathan Drake auf seinem Weg bis zum Ende begleiten wollte und nicht Ruhen konnte bis ich alles gesehen hatte.

Grund genug für mich, mich nochmal in das Spiel zu stürzen und zu schauen was nach 10 Jahren von der Faszination geblieben ist.

Liebe ich es immer noch so sehr? Wird mein älteres Ich jetzt deutlich härter mit dem Spiel ins Gericht gehen? Kann es mich überhaupt noch begeistern oder ist es ohne die rosa Brille ganz schnell vorbei mit der Liebe?

Finden wir es heraus in einem Replayed zu


Uncharted 4 – A Thiefs End


Nathan Drakes persönlichstes und größtes Abenteuer.

Er hat sich zur Ruhe gesetzt und lebt zusammen mit Elena, die er geheiratet hat, ein beschauliches und ruhiges Leben. Auch wenn er nicht ganz glücklich damit ist - das Abenteuer, die Gefahr, die Jagd nach Schätzen fehlen ihm.



Zwei Menschen auf einem Sofa, spielen Videospiel. Eine Person lächelt, die andere konzentriert. Gemütliches Wohnzimmer, dezentes Licht.
Ne Runde Crash Bandicoot ist natürlich auch drin

Die Arbeit als Taucher eines Bergungstrupps - der ewig gleiche Trott.

Als jedoch sein totgeglaubter Bruder Sam wieder auftaucht, den er vor 15 Jahren für immer verloren glaubte und ihn um Hilfe bittet, kann Nathan nicht anders. Er schlittert direkt in sein bisher größtes Abenteuer, das ihn nicht nur an seine physischen Grenzen bringen, sondern auch seine Entschlossenheit auf eine harte Probe stellen wird. Und ihn ultimativ vor die Frage stellt, was er bereit ist zu opfern, um jene zu retten, die er liebt.

Weiter werde ich hier auf die Handlung nicht eingehen. Entweder ihr habt es sowieso schon selber gespielt - falls nicht kann ich euch nur dringend raten es nachzuholen.



Man kann es auch problemlos ohne Vorkenntnisse der anderen Teile spielen. Auch wenn einem dann sicher viele Details durch die Lappen gehen und man einige Anspielungen nicht versteht.

Gerade der erste Teil ist gar nicht gut gealtert, schon damals waren die Teile 2 und 3 deutliche Steigerungen zum ersten Spiel, was die Inszenierung und die Filmhaftigkeit betrifft. Aber Uncharted 4 zeigt Naughty Dog auf der Höhe ihres Schaffens, und ist bis heute meiner Meinung nach zusammen mit The Last of Us 2 ihr Meisterwerk - Wobei die beiden Spiele sich tonal nicht mehr unterscheiden könnten - The Last of Us 2 ist purer brutaler Nihilismus und eher, wenn man Filme bemühen möchte, in den Regionen eines Auge um Auge (Den ich euch übrigens definitiv empfehlen kann falls ihr ihn nicht kennt) angesiedelt.


Dagegen ist Uncharted pures spaßiges Popcorn Kino mit allem was dazugehört. Indiana Jones in der heutigen Zeit, mit mehr Knarren, mehr Schießereien und auf 11 gedreht. Und verdammt ist das Filmhaft inszeniert! Es sieht in der Ps5 Version auch heute noch richtig richtig gut aus.


Ein Jeep fährt durch eine grüne Landschaft mit Reisfeldern und Bergen im Hintergrund. Zwei Personen im Wagen, entspannte Stimmung.

Naughty Dog beherrscht es einfach perfekt, das Gefühl zu transportieren einen Action Film selber zu spielen. Kameraeinstellungen, Setpieces, Dialoge, alles schreit geradezu Hollywood und man wird von der ersten Minute an in diese Welt gezogen.

Die Story lässt einen dann auch nicht mehr los, bis man atemlos und mit einem breiten Grinsen am Ende angekommen ist. In der Hinsicht ist Uncharted 4 für mich auch heute noch ungeschlagen. Es gab schon viel zu lange kein solches Spiel mehr. Ich hoffe sehr das James Bond im Mai diese Lücke ein wenig schließen kann. Wir werden es herausfinden, Daumen sind gedrückt.


Steuerung und andere Kleinigkeiten - oder wenn das Herz gegen das Hirn kämpft


Spielerisch sieht die Sache dagegen ein wenig anders aus. Im Prinzip ist Uncharted 4, wie alle andere Teile, ein Deckungsshooter.

Riesige Klettersetpieces und Rätsel wechseln sich mit Arenen ab in denen man Horden an Gegnern bekämpft. Es gibt allerdings auch die Chance zu schleichen und vom Shootout direkt in den Nahkampf zu wechseln. Und da kommen wir zu dem Problem das ich 10 Jahre später mit Uncharted habe.

Das Schießen fühlt sich kompetent genug an und macht auch durchaus Spass. Auch die Fahrzeug Sequenzen ( ihr werdet in einem Kapitel viel Zeit in einem Jeep verbringen) sind kompetent genug umgesetzt, und das fahren macht im Zuge der größeren offenen Areale durchaus Laune. Ist auch eine nette Abwechslung zu den sonstigen recht linearen Abschnitten.

Alles soweit fein.


Zwei Männer auf einem dreckigen roten Motorrad, schauen nach hinten, bei Sonnenuntergang. Arbeiter im Hintergrund. Spannende Stimmung.

Aber wenn man dann das Schleichen (und das Spiel gibt einem immer wieder die Chance dazu) nach heutigen Maßstäben betrachtet, fühlt es sich half assed an.

Die Gegner Ki ist nicht die hellste, die Steuerung fühlt sich beim schleichen nie gut genug an um diesen Sweetspot auszulösen, der es für mich spaßig machen würde. Für damals war das durchaus ok, aber in der heutigen Zeit....naja.

Zum Glück muss man das nicht machen und kann auch einfach alles über den Haufen ballern, was ich dann irgendwann auch gemacht habe. Fühlt sich einfach viel besser an.


Zwei Personen fliehen aus einem einstürzenden Gebäude. Im Hintergrund Rauch und blauer Himmel. Abenteuerliche und spannende Szene.

Das selbe Gefühl tritt leider auch beim Nahkampf auf. Ein wirklich gezieltes Zuschlagen und Ausweichen ist nur schwer möglich. Fühlt sich ein bisschen so an, wie ein betrunkener Boxer, der nach der dritten Maß in den Ring steigt.


Dafür ist sicher zum Teil auch die Kameraperspektive verantwortlich, da das ganze eben so filmhaft und cineastisch inszeniert ist. Es fühlt sich zwar wuchtig, aber nie richtig, an. Zum Glück reicht es zu 90% auf die Schlagtaste zu hämmern und hin und wieder mal sich mit Dreieck aus einem Griff zu befreien, Buttonmashing at its best.

Das Klettern hingegen macht Spass wie eh und je und die Sprünge und Schwünge sind so spektakulär, dass mein Herz auch heute noch jedes mal Freudensprünge macht. Natürlich ist das nicht sonderlich anspruchsvoll, aber wenn es so spektakulär und genial inszeniert ist, verzeihe ich das dem Spiel auch gerne mal.


Im Prinzip kämpft hier ständig mein Herz gegen mein Hirn, weil ich das alles so genial gemacht finde und mein Herz ständig am Jubeln ist, währen mein Hirn im Hintergrund meckert. Aber mein Herz gewinnt noch immer, Deutlich!

Verdammt ist das auch heute noch toll. Und wer etwas anderes sagt wird direkt umgeboxt. Nach 3 – 4 Maß. Ohne Dreieckstaste. Ihr versteht schon.


HAPPY BIRTHDAY


Was soll ich sagen? Uncharted 4 ist immer noch Popcorn Kino zum selber spielen. Ein Fiebertraum von einem Action Adventure, das Hollywood und Action atmet. Es zeigt Naughty Dog auf dem Höhepunkt seines Schaffens, und wenn die Geschichte so toll und mitreißend inszeniert ist wie hier, dann verzeiht man dem Spiel auch die kleinen Schwächen. Denn die gehen in der bombastischen Inszenierung und dem Getöse der nächsten Explosion einfach unter. Die Handlung bleibt bis zum Schluss spannend und wendungsreich, man ist fast ein bisschen Traurig das Nathan am Ende seinem wohlverdienten Ruhestand entgegengeht.

Funktioniert heute noch genauso wie damals. A Thiefs End. Passender Name - sowohl für den Abschluss einer großartigen Serie, als auch im Kontext der Handlung.

Aber beim Betrachten der Endsequenz fällt einem auf, das da dann doch noch ein klitzekleines Hintertürchen offen ist....vielleicht...irgendwann....falls es so kommt werde ich da sein.


Zwei Männer in einem Zimmer, einer vorne mit nachdenklichem Blick, der andere im Hintergrund lächelnd mit Tablett. Beide in dunklem Licht.
Happy Birthday Nathan Drake.


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