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Le Mans Ultimate

  • Autorenbild: John
    John
  • 11. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Apr.

You died! Jetzt auch für Rennspiele


Diese Kurve hat schon viele Opfer gekostet, beschert aber Glücksgefühle, wenn man sie richtig trifft.
Diese Kurve hat schon viele Opfer gekostet, beschert aber Glücksgefühle, wenn man sie richtig trifft.

Le Mans Ultimate ist einer dieser Rennsimulationen, die sich nicht sofort offenbaren. Man steigt ein, fährt ein paar Rennen, meckert über das total schwierige Fahrverhalten, schüttelt den Kopf über Chaosfahrer direkt aus der Konsolen-SimCade-Hölle, doch irgendwann merkt man: Hier steckt mehr drin.  

Mehr Tiefe. Mehr Anspruch. Mehr Struktur. Und vor allem: mehr echtes Racing.


Wer steckt hinter Le Mans Ultimate?

Hinter Le Mans Ultimate steht Studio 397, ein Team, das in der Simracing‑Welt längst Kultstatus besitzt. Die Entwickler übernahmen 2016 die Weiterentwicklung von rFactor 2 und haben seitdem eines der komplexesten Physik‑Fundamente im Genre gepflegt. 2021 folgte die Übernahme durch Motorsport Games, wodurch erstmals die offizielle WEC‑Lizenzierung möglich wurde.


Diese Kombination aus technischer Expertise und offizieller Rennsportpartnerschaft erklärt, warum LMU sich so glaubwürdig anfühlt: Die Physik ist nicht neu erfunden, sondern das Ergebnis jahrelanger, nerdiger Feinarbeit. Die Entwickler wissen, wie sich ein Auto verhalten muss, wenn es mit 240 km/h über eine Bodenwelle in Sebring knallt – und sie wissen, wie man das in Force Feedback übersetzt.


Technische Analyse: Warum sich LMU anders fährt


Le Mans Ultimate basiert auf einer weiterentwickelten rFactor‑2‑Engine und das merkt man sofort. Das Reifenmodell reagiert sensibel auf Temperaturfenster, Lastwechsel und Fahrstil. Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsauslegungen verhalten sich klar unterscheidbar: Ein Porsche 911 mit seinem Heckmotor dreht beim Gaswegnehmen schneller ein, während Fahrzeuge mit Frontmotor stabiler bleiben, aber aufgrund der Kopflastigkeit präziser gefahren werden müssen.


Das Grundhandling neigt eher zu leichtem Untersteuern, besonders bei kalten Reifen. Das ist kein Fehler, sondern eine bewusste Designentscheidung, um die Stabilität echter WEC‑Setups widerzuspiegeln. Wer sauber fährt, wird belohnt – wer aggressiv überfährt, verliert Zeit. Smooth is fast.


Auch das Force Feedback hat mit Update 1.3 einen deutlichen Sprung gemacht. Neue Effekte, ursprünglich für Logitech TrueForce gedacht, funktionieren nun auch auf anderen Wheels. Das Bremsgefühl ist klarer, Bodenunebenheiten kommen differenzierter durch und Curbs wirken natürlicher. Besonders Strecken wie Sebring mit seinen Bodenwellen profitieren davon, weil man Unebenheiten nicht nur sieht, sondern wirklich fühlt.


So sieht es aus, wenn man bedeutend besser durch die Eau Rouge kommt als die drei Autos vor einem.

Der Netcode ist stabil und das Safety‑Rating wurde sinnvoll überarbeitet. Unverschuldete Kollisionen wirken sich deutlich weniger aus, während kleine Rempler weiterhin zählen und das Racing sauber halten. Das Matchmaking sorgt dafür, dass Fahrer innerhalb weniger Sekunden pro Runde zusammengefasst werden – was zu intensiven, fairen Rennen führt.




Tipps für Einsteiger


Wie steigt man in Le Mans Ultimate ein, ohne direkt frustriert zu sein? 

 

Der Einstieg gelingt am besten, wenn man sich zunächst auf eine Fahrzeugklasse konzentriert und nicht sofort zwischen GT, LMP2 und Hypercars hin‑ und herspringt. GT‑Fahrzeuge eignen sich gut, weil sie stabiler sind und Fehler weniger hart bestrafen.

Wer sich eine Woche lang auf die Daily‑Race‑Strecken einlässt, lernt nicht nur die Bremspunkte, sondern auch die Eigenheiten des Fahrzeugs und Setups kennen.



Ein BMW auf dem Weg aus dem Keller der Safetyrating Chaoskinder zu entkommen.
Ein BMW auf dem Weg aus dem Keller der Safetyrating Chaoskinder zu entkommen.

Es lohnt sich außerdem, die ersten Rennen bewusst defensiv zu fahren. Das Safety‑Rating steigt schneller, wenn man Unfälle vermeidet, statt um jeden Preis zu überholen. Viele Fahrer unterschätzen, wie viel Ruhe ein gutes Rating ins eigene Racing bringt – denn in höheren Ligen fahren die Leute sauberer, berechenbarer und respektvoller.


Ein weiterer Tipp: Das Force Feedback ruhig feinjustieren. LMU bietet genug Optionen, um das Wheel an die eigene Vorliebe anzupassen. Wer die Rückmeldung beim Bremsen oder die Darstellung von Bodenunebenheiten optimiert, bekommt ein deutlich besseres Gefühl für das Auto.


Und schließlich: Nicht entmutigen lassen.

Manche Fahrzeuge – wie der Porsche 911 – fühlen sich anfangs widerspenstig an, entwickeln aber mit der Zeit ein faszinierendes Eigenleben, das man irgendwann nicht mehr missen möchte.


Und zuletzt der vielleicht wichtigste Hinweis: Passt die Bremskraftverteilung, das ABS und die Traction Control an, Ihr wollt euch ja nicht wie die anderen Kacknoobs in der ersten langsamen Kurve rausdrehen :)



Multiclass: Die Königsdisziplin


Multiclass‑Rennen sind eine der großen Stärken von LMU. Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen GT, LMP2 und Hypercars sind klar spürbar, und Überholmanöver wirken realistisch. Natürlich gibt es Fahrer, die glauben, im Hypercar seien sie unbesiegbar und jeder muss Ihnen automatisch aus dem Weg gehen - aber das ist ein menschliches Problem, kein technisches. Insgesamt funktionieren die Klassen hervorragend miteinander und erzeugen genau die Art von Rennsituationen, die man aus der WEC kennt.


Das neue Genesis Hypercar ist auch dabei. Und es kann nicht tanzen.
Das neue Genesis Hypercar ist auch dabei. Und es kann nicht tanzen.

Strecken & Lizenzlage


Durch die offizielle WEC‑Lizenz ist die Streckenauswahl begrenzt, aber hochwertig. Laser‑Scan‑Qualität, authentische Curbs und realistische Layouts sorgen dafür, dass jede Strecke ihre eigene Persönlichkeit hat. Wer GT‑ oder Langstreckenracing liebt, bekommt hier genau das, was er sucht – ohne unnötigen Ballast. Es bleibt allerdings spannend, was nach dem frischen Zuwachs mit der European Le Mans Series folgt.

IMSA wäre schon sehr nice, mit Strecken wie Daytona oder Road Atlanta und interessanten Rahmenserien wie dem MX5 Cup.


Grafik & Sound


Mit LMU hat Studio 397 seit rFactor 2 einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Ich spiele mit einer Midrange Karte in 4K mit Bildraten zwischen 100 und 120 FPS, es läuft flüssig und mit dem Mix aus hohen und mittleren Einstellungen ist es recht ansehnlich. Leider wird derzeit kein DLSS, FSR oder XeSS unterstützt, so dass stellenweise MSAA-Flimmern zu sehen ist. Mit vielen Gegner und Wettereffekten gibt es kurze Einbrüche, Schluckauf und Dips unter 80 FPS haben aber Seltenheitswert. Mit dem letzten Update haben Sie die Stabilität der Bildraten auf jeden Fall erneut verbessert. Hier ist LMU aber ein klassischer PC Titel, Ihr müsst schon selbst schrauben und probieren, bis die Performance passt.


Soundtechnisch ist LMU richtig gut gelungen und findet seinen eigenen Spot. Nicht so viel Emotion wie ACC, aber auch nicht so nüchtern wie iRacing. Die Fahrzeuge um einen herum lassen sich gut orten und wenn in einem GT3 die Valkyrie vorbeiknallt gibt es Gänsehaut in 12 Zylindern :)




Mein persönlicher Weg: Von GT zu Hypercar


Mittlerweile habe ich den GT-Bereich “gemeistert” und fühle mich auf den meisten Strecken sicher. Als nächstes stehen Prototypen und Hypercars an - und das wird spannend. Diese Fahrzeuge sind schneller, empfindlicher und verlangen mehr Präzision. Im Vergleich zu den GT Fahrzeugen ist auch das Sichtfeld deutlicher eingeschränkt. Gleichzeitig eröffnen sie eine komplett neue Dimension des Racings. 

Die Fahrzeugmodelle sind gelungen und jedes Fahrzeug hat spürbar eigenen Charakter.
Die Fahrzeugmodelle sind gelungen und jedes Fahrzeug hat spürbar eigenen Charakter.

Für mich der nächste Schritt und ich werde gerne später ergänzen, wie ich mich damit fühle.


Fazit


LMU ist ein Titel, der wächst. Mit jedem Update. Mit jeder Woche. Mit jedem Rennen.

Es ist inzwischen mein Main Racer – und das überrascht nicht. Denn LMU ist technisch tief, strukturell durchdacht, fahrerisch anspruchsvoll und community‑freundlich. Der Netcode ist stabil und das ein Konkurrent glitched ist die absolute Ausnahme: Hier kann man wirklich Millimeter nebeneinander durch die Kurven. Eine Sache an der Studio 397 aber bitte arbeiten muss ist die Qualität der Updates. Jedes Update bringt nervige neue Fehler.




Plattform: PC (hier Steam) Konsolenversionen sind angekündigt (Ende 2026/Anfang 2027)


Spielzeit: knapp 100h online


komplettiert: Nee Diggi


Einzelspieler: Karrieremodus vorhanden (nicht getestet)


Preis: 39.99€ (plus DLC)


Abomodell vorhanden ( damit automatisch Zugriff auf alle DLC Inhalte)


Sprache: deutsch


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