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Marathon Server Slam

  • Autorenbild: Mikel
    Mikel
  • 5. März
  • 4 Min. Lesezeit

Marathon: Bungies letzte Chance, bevor Sony der Geduldsfaden reißt. Einer von Sonys zwei verbliebenen Versuchen neben Horizon Hunters Gathering ein großes Liveservice-Spiel am Markt zu etablieren. Das Spiel mit dem Titel für tausend dumme Wortspiele.

 


Ich bin zum Beispiel noch nie einen Marathon gelaufen. Ich habe auch noch nie einen Extraction-Shooter gespielt. Der Server Slam war also die perfekte Möglichkeit, um mal die Laufschuhe zu schnüren und ein paar Gehversuche in diesem Genre zu machen. Und wie immer, wenn man etwas Neues ausprobiert waren Reiz und Euphorie bei mir groß. Allein schon der ganze Artstyle im Intro vor der Tutorialmission war zum Niederknien. Generell war das Intro, auch mit deutscher Sprachausgabe, als Hypemoment vor dem Startschuss genau richtig. Die Prämisse ist jetzt im Sci-Fi-Bereich nicht sonderlich originell, aber bei so einem Spiel wahrscheinlich auch nicht wirklich so wichtig. Für mich definiert sich dieses Spiel eher über seinen extrem guten Artstyle.


 

Und dann begann das Tutorial. Alles ist absichtlich etwas unheimlich und man ist direkt unbewaffnet in Bedrängnis. Zumindest gefühlt, denn die ersten Schritte bei Marathon sind durchgeskriptet.  Dieser Teil fühlt sich zum Einfinden auch richtig gut an. Im echten Spielverlauf merkt man auch erst, wie hoch eigentlich der Wiedererkennungswert ist. Dieser kühle, mit knalligen Farben durchsetzte Look ist echt selten. Spontan fällt mir nur Mirror’s Edge: Catalyst ein, dass ähnlich aussah. Die meisten bunten Sci-Fi-Spiele sind so 80er-Jahre neonbunt und nicht Iphoneweiß mit Legofarben wie Marathon. Auf jeden Fall stolpert man durch diese richtig cool aussehende, aber desorientierende Welt. Ganz am Anfang wird man auch ohne großen Druck von einem Questmarker zum nächsten geleitet. Man findet dann auch seine ersten paar Waffen und schießt auf ein paar Roboter und alles ist gut.

 

Bis dann der geskriptete Part aufhört und man zum ersten Exfiltrationspunkt gehen soll. Plötzlich sind die Gegner wesentlich aggressiver und zahlreicher. Man merkt auch sehr schnell, dass zumindest am Anfang auch wenige Schüsse den Tod bedeuten können. Das auch trotz Schild. Wobei ich die Schilde auch nicht verstanden habe, denn normalerweise laden sie sich ja mit der Zeit wieder auf und sind keine simple Verlängerung der Lebensleiste. Ich bin am Ende der Tutorialmission deshalb buchstäblich ins Ziel gekrochen.

 

Und dann ist man im Menü. Ich bin verschachtelte Menüs gewohnt. Ich bin überstylte Menüs gewohnt. Als jemand der gerne JRPGs von Atlus wie Persona 5 Royal oder Metaphor: ReFantazio spielt, hab ich schon einiges gesehen. Ich kenne und schätze auch richtig extreme Menüspiele wie Crusader Kings oder den Football Manager. Trotzdem fand ich das von Marathon extrem überfordernd. Der konsequent durchgezogene Stil wird plötzlich zum Hemmschuh. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes nicht geblickt, wie ich meinen Loadout aus meinem Loot zusammen stellen kann. Das die Schrift bei diesem Stil auch noch extrem unleserlich ist hat mich auch noch stolpern lassen. Ohne richtige Orientierung bin ich dann ins nächste Match getaumelt.

 


Zusammen mit zwei Fremden ging es dann los. Als absoluter Beginner bin ich den beiden also hinterher getrottet. Im Zweifelsfall hat jeder mehr Erfahrung als der Typ, dessen erster richtiger Gang diese Partie ist. Obwohl ich die „bewegliche“ Hülle gewählt habe hat sich das alles irgendwie langsam und schwerfällig angefühlt. Bei dem fast toten High Guard fand ich die Bewegung irgendwie besser. Von einem Mirror’s Edge: Catalyst oder Dying Light 2: Stay Human ganz zu schweigen. Der Doppelsprung ist viel zu niedrig angesetzt und selbst die verlängerte Rutschdistanz ist ein Witz, besonders wenn man Vanquish kennt.

 

Nichtsdestotrotz stapften wir drei durch die futuristische Legowelt auf der Suche nach Loot. Zwar scheint die die komplette Umgebung aus Plastik zu sein, aber mitnehmen konnte man kaum etwas. Ich dachte eher, dass es wie eine Mehrspielervariante von Biomutant ist, wo man an jeder Ecke Zeug findet. War halt leider irgendwie gar nicht so. Falls man dann mal was findet ist auch noch der Rucksack zu klein. Hat sich einfach blöd angefühlt, dass in einem Spiel über Loot Beute nicht auf Schritt und Tritt zu finden ist. Irgendwann waren wir in einer Art Garage und warum auch immer haben uns zielstrebig NPC-Roboter umzingelt und uns ins Grab geführt. Mein Problem war nicht mal, dass wir in unser Verderben gelaufen sind. Mein Problem war, dass es gefühlt einen endlosen Respawn gab.

 


Nach der ersten Partie bin ich wieder durchs Menü geirrt, um dann im nächsten Match wieder zwei Randoms hinterher zu stolpern. Wieder mal gab es kaum Loot in der Plastikeinöde. Als wir dann doch mal ein Gebäude mit Beute gefunden hatten wurden wir von einem koordinierten Team niedergetrampelt. Naiv wie ich war dachte ich, dass es allein in der nächsten Partie besser klappt. Ein bisschen Recherche im Nachhinein hat dann ergeben, dass Extraction-Shooter solo besonders schwer sind. Fünf Minuten bin ich vorsichtig durch einen Abwasserkanal geschlichen. Dann nochmal gefühlt zwei Minuten an der Oberfläche. Natürlich hab ich in all der Zeit kein Loot gefunden. Auf einmal war ich dann Tod. Irgendein Typ auf einem Dach hat mich wohl schon eine Zeit lang gesehen und mit einem gezielten Schuss auch diesen Lauf beendet.

 

Und dann wusste ich es. Ich habe nie einen Marathon gelaufen und werde es wahrscheinlich auch nie. Die ersten Gehversuche in Bungies Marathon haben mir auch erstmal ausgereicht. Das Spiel mag vielleicht gut sein, aber ich habe einfach keine Ausdauer für diesen Lauf.  

1 Kommentar

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Glayd
Glayd
05. März

Witzig. Ich hatte auch einige Mirror's Edge Vibes. :D

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