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MASTERS OF THE UNIVERSE

Gerade frisch aus dem Kino von der Vorpremiere des neuen Masters of the Universe Films gekommen, dachte ich mir halte ich ein paar Gedanken dazu fest.

Nur wo fang ich da an?


Kinderträume vs. der zynischen Skeptiker


Ich denke die kleinen Actionfiguren haben viele in meinem Alter in der Kindheit begleitet. Genauso wie die diversen Hörspiele und die Zeichentrickserie.


Von der absurd schlechten Realverfilmung, in der Dolph Lundgren He-Man verkörpert fang ich erst gar nicht an. Auch wenn der Film, gerade weil er so schlecht ist, heute irgendwie Kultstatus genießt.

Als zum ersten mal von einer neuen Verfilmung der Kultserie gesprochen wurde, dachte ich noch, ja mal gucken. Das Projekt war dann auch sehr lange in der Entwicklungshölle, wechselte die Anbieter, und ich hatte mich auch schon innerlich davon verabschiedet einen neuen Masters Film zu bekommen.

Dann aber übernahm Amazon. Erste Details tauchten auf, und Gerüchte und halbgare Infos wurden immer konkreter. Mit jeder weiteren Meldung nahm auch meine Neugier immer weiter zu. Dann wurden die ersten Cast Member angekündigt, es gab erste Bilder vom Set, und ich rieb mir verwundert die Augen.


Heilige Scheiße! Es passiert wirklich. Sie machen tatsächlich einen neuen Masters of the Universe Film.

Gleichzeitig begann sich aber auch mein innerer Skeptiker zu melden. Kann so was heutzutage überhaupt noch funktionieren?

Haben sie überhaupt verstanden was die Serie so besonders gemacht hat? Wird das nur ein seelenloser Abklatsch, um möglichst viel Spielzeug zu verkaufen, und selbst wenn nicht,.... Kann der Film überhaupt auch nur Ansatzweise das innere Kind in mir erreichen, das begeistert mit den Figuren epische Schlachten ausgefochten hat, oder sitzt der erwachsene Skeptiker augenrollend im Kinosessel?

So oder so eins war mir klar. Ich muss den Film sehen. Auch wenn es nur dazu führt das ich danach zähneknirschend einen Teil meiner Kindheit beerdige.

Aber dann bleibt mir immer noch die Erinnerung. Und die Zeichentrickserie. Und die neue Zeichentrickserie von Kevin Smith, die einfach richtig richtig großartig war. Auch wenn der Shift der ersten Hälfte auf Teela einigen Incels so gar nicht in den Kram gepasst hat.

Und nun war es endlich soweit. Der Film ist in den Kinos. Spoiler habe ich so gut es geht vermieden. Selbst die letzten Trailer hab ich nicht mehr geschaut.

Und dann ohne zu große Erwartungen (dann kann man weniger enttäuscht werden) ins Kino.

Es wird dunkel. Masters of the Universe startet.


KAMPF UM ETERNIA


Ich will hier nur ganz kurz die „Story“ (und ja die Anführungszeichen sind Absicht) umreißen.

Der Planet Eternia wird gespeist von der Macht. Diese steckt im düsteren Castle Grayskull wo die Sorceress über das Schwert der Macht wacht. Das Schwert soll seinen Besitzer, wenn er die richtigen Worte spricht, in einen großen Krieger und Helden verwandeln.

Prinz Adam wächst als kleiner schwächlicher Junge auf Eternia auf. Alle wollen dass er in die Fußstapfen seines Vaters tritt und ein großer Krieger wird.

Das ist er aber einfach nicht.

Als der böse dämonische Skeletor (großartig gespielt von Jared Leto) die Hauptstadt Eternos angreift, um die Macht zu übernehmen und das Schwert an sich zu reißen, muss Adam fliehen.

Zusammen mit dem Schwert wird er von der Sorceress an einen Ort geschickt wo ihn Skeletor niemals finden soll.

Und so landet Adam auf der Erde, verliert aber dabei das Schwert.

Als er es als junger Mann dann endlich wiederfindet, muss er nicht nur einen Weg finden zurückzukehren, sondern auch Eternia von der Herrschaft des oberfiesen Skeletor zu befreien...


2 ½ Stunden später kam ich mit einem riesengroßen Grinsen aus dem Kino, und war einfach nur zufrieden und glücklich. WAS FÜR EIN RITT! Nicht perfekt. Aber so viel mehr als ich mir erhofft hatte.


Mehr will ich auch nicht zu der Story sagen. Sie ist simpel, erfüllt aber ihren Zweck.

Aber wegen der Story sollte man sich den Film auf keinen Fall ansehen.

Aber warum war ich dann dennoch so begeistert von dem Film?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten...aber ich will es mal versuchen...


THE 80s ARE BACK


Der Film ist purer Camp.

Von Anfang an gibt es die volle Dröhnung 80er Jahre Vibes, sei es die Musik, die kitschig dummen Dialoge (Du bist Ram Man... weil ich Leute ungespitzt in den Boden ramme), CGI das stellenweise gar nicht so gut aussieht, übertriebenen Pathos und einen herrlich überdrehten Skeletor, der ständig zwischen Sadismus und purer Albernheit schwankt.

Nicholas Galitzine ist ein Glücksgriff als Adam/He-Man, besser hätte man den Charakter nicht verkörpern können.

Adam war immer schon goofy und unbeholfen, und Galitzine eignet sich die Rolle perfekt an.

Der Film nimmt sich zu keiner Minute ernst, macht sich ständig mit einem Augenzwinkern über sich selbst lustig, findet für so einige Sachen erstaunlich kreative Erklärungen, und feiert ständig das herrlich überdrehte knallbunte Spektakel das er ist.

Und wenn Adam erstmal zurück auf Eternia ist, liefert der Streifen auch genau das was der Titel verspricht.

Teela, Man at Arms, Fisto, Ram Man, Beastman, Trapjaw, Evil Lyn, sie sind alle da, und das innere Kind jubelt.

Nur Orko habe ich schmerzlich vermisst.

Der Film liefert Easter Eggs, Anspielungen, und Nostalgie Flashes in einer Geschwindigkeit, das einem schwindlig wird. Und schafft es sogar noch Themen wie toxische Männlichkeit und die Identitätsfindung eines Mannes in der heutigen Zeit mit einem mehr als großen Augenzwinkern abzuhandeln.

Masters of the Universe ist, albern, verspielt, dumm, campy, und weiß das auch zu jeder Sekunde. Er versucht auch gar nicht erst etwas zu sein, was die Serie nie war und die Story auch gar nicht hergibt.


Er nimmt das Erbe an und verbeugt sich in Richtung unserer Kindheit, als eine Spielsession mit unseren Actionfiguren auf dem Teppich, alles war was wir brauchten. Und wenn wir ehrlich sind, war das was in unseren Köpfen abging auch selten Shakespeare.

Ist Masters of the Universe ein guter Film? Wenn ich da ehrlich und nüchtern antworte dann....Nein. Ist er objektiv betrachtet nicht.

Aber wenn ihr als Kind Masters Fans wart, den Zeichentrick und die Figuren geliebt habt, dann ist er alles was man sich erhoffen konnte. Und mehr.


Wenn ihr keine Ahnung habt wer dieser He-Man ist, und Cringer für eine Steigerung von Cringe haltet, dann spart euch den Film. Er wird euch vielleicht unterhalten aber sicher nicht begeistern.


Aber wenn ihr Masters Fans seid, und bei den Namen Teela, Man at Arms, und Trapjaw Gänsehaut bekommt, dann stürmt das Kino. Ihr werdet die Zeit eures Lebens haben und am Ende mit einem breiten Grinsen aus dem Kino kommen. Mehr Fan Service geht nicht.

Ich bin mir sicher, das die Abenteuer, die ich als Kind mit den Figuren gespielt habe, sich teilweise so ähnlich angefühlt haben wie der neue Masters Film.

Danke für diesen Sprung zurück in meine Kindheit.

Und auch wenn mich Leute, die keine Fans sind, dafür kopfschüttelnd ansehen werden....

Ich bin froh das ich den Kontakt zu dem inneren Kind noch nicht verloren habe.

3 Kommentare

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tomzilla
11. Juni

Ich frage mich, wie man einerseits mit den Figuren gespielt und zudem die Zeichentrickserie interessiert verfolgt haben kann. Die Figuren gab es grob von 1982 bis 1988, wobei die 1988 schon längst abgemeldet waren. Die Zeichentrickserie wurde in Deutschland erst ab 1988 auf Tele 5 ausgestrahlt, also zu einem Zeitpunkt zu dem die ursprünglichen Hauptkunden der Jahre 1982 bis 1986 kaum noch Interesse an dem Thema hatten. Und wer hatte 1988 denn schon Tele5? Die meisten Leuten hatten 1988 nur 3 bis 4 Programme.


Wir haben damals ca. von 1983 bis 1987 mit den Figuren gespielt. Das war so grob der Zeitraum der Grundschule bis einschließlich fünfter Klasse. Danach wurde das Thema für uns uninteressant. Von der Zeichentrickserie habe ich…


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tomzilla
11. Juni
Antwort an

Das bemerkenswerte an den Masters of the Universe war neben dem extremen Erfolg der Spielzeugserie von 1982 bis 1986, dass dem dann ein genauso extremer Absturz ab 1987 folgte. Ab ca. 1988 wurden keine Figuren mehr hergestellt. Die Spielzeuge verschwanden quasi komplett aus der Wahrnehmung. So habe ich das damals zumindest erlebt. Wir haben nicht nur aufgrund unseres Alters das Interesse an der Spielzeugserie verloren. Das war mit Playmobil, Siku-Spielzeugautos und Lego irgendwann genauso. Im Gegensatz zu diesen Spielzeugen, verschwanden die Masters of the Universe jedoch völlig in der Versenkung, während es natürlich noch in jedem Spielzeugladen Playmobil und Lego gab und man die Werbung dafür gesehen hat.


Deshalb wundert es mich, wenn man erst nach 1988 mit den Masters…


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