Pokémon Champions
- Mikel

- 16. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Apr.

Pokémon Stadium Go
Das erste Pokémon Stadium habe ich mit 12 Jahren zum Geburtstag bekommen. Es war auch eines der ersten Spiele, die ich mehr als 12 Stunden am Stück gespielt habe. Jetzt gibt es erstmals nach Pokémon XD: Der Dunkle Sturm auf dem Gamecube ein rein auf die Kämpfe ausgerichtetes Pokémon. Nach rund einer Woche hier mal meine Gedanken dazu.
Pokémon Münze und Schein
Die wichtigste Information zuerst: Pokémon Champions ist ein f2p-Spiel. Dieser Begriff allein wirkt auf viele Personen unserer Alterskohorte schon wie Weihwasser auf den Teufel. Würden die Ausgaben nur in Champions selbst anfallen wäre es noch irgendwie okay. Es gibt zwei Pässe für unterschiedliche Sachen. Die mit 4,99€ pro Monat günstigere Mitgliedschaft ist eigentlich der wichtigere Pass. Denn damit kann man sich Komfortoptionen kaufen, die im Laufe der Spielzeit bitter nötig werden. Die lächerlich kleine Boxgröße von 30 Plätzen, was gerade einmal für fünf volle Teams reicht wird auf 1000 erhöht. Man bekommt mehr Aufgaben, die man für wertvolle Ressourcen erfüllen kann. Wie immer bei solchen langfristig angelegten Spielen ist das, je länger man dabei bleibt, ein großer Vorteil. Der andere Premium-Kampfpass genannte Pass ist mit 9,99€ pro Season nicht nur teurer, sondern echter Sprengstoff. Neben netten, aber letztendlich unnötigen kosmetischen Items und mehr wertvoller Ressourcen, die man mit mehr Zeitaufwand kompensieren kann, sind darin auch Pokémon und Megasteine enthalten. Da man so gezielt neue Pokémon bekommen kann und nicht einer Lotterie ausgesetzt wird, ist das schon ein gewaltiger Vorteil.

Geld ist bei Pokémon Champions auch anderweitig ein echter Boost. Wenn man ein Pokémon Home für Abo für 15,99€ pro Jahr hat (gibt auch günstigere Abonnements mit kürzeren Laufzeiten) kann man die Pokémon aus den verschiedenen Editionen (z.B. Feuerrote Edition für 19,99€ oder Pokémon-Legenden: Z-A UVP 59,99€ für die Switch), die man gekauft hat nach Champions übertragen. Kein Wunder, dass Pokémon die wertvollste Marke der Welt ist.
Glücksspiel light
Wie schon erwähnt, wenn man sich seine Pokémon nicht gezielt kauft, dann muss man Glück haben. Einmal täglich kann man umsonst ein Pokémon aus zehn möglichen auswählen. Wer öfter als das sein Glück versuchen möchte muss entweder spezielle Tickets oder die Spielwährung VP ausgeben. Die VP sind die mit Abstand wichtigste Ressource im Spiel, denn mit ihnen kann man eigentlich so alles kaufen. Denn ohne VP kann man die Pokémon aus der Lotterie nur sieben Tage leihen. Man sollte sie aber besser fest verpflichten, da man sie ansonsten nicht anpassen kann. Und für diese Anpassung braucht man ebenfalls VP. Dies sollte man tun, denn von Haus aus sind die Pokémon für kompetetives Spiel unbrauchbar. Im Gegensatz zu den Hauptspielen der Reihe lassen sich die Pokémon in all ihren Feinheiten in Sekundenschnelle bearbeiten. Insofern ist Champions auch ein gutes Mittel ohne langen Grind seine Lieblingspokémon kampftüchtig zu bekommen.

Dass der aktuelle Pool an Pokémon nicht alle mehr als tausend Exemplare enthält ist aber gut. Legendäre Pokémon haben das normale Meta komplett zerschossen und sind hier außen vor. Auch alle Vorentwicklungen sind nicht dabei, da man sie außerhalb spezieller Minicups eh nie kompetetiv benutzt. Auch viele unbeliebte oder unnütze Pokémon haben es nicht ins Spiel geschafft. Niemand, der ernsthaft kompetetiv spielt denkt sich:"Jetzt bräuchte ich mein Spinda!"
Let them fight
Denn das ist auch das spielmechanische Herz von Champions. Bis auf Kämpfen oder Anpassen für die Kämpfe kann man in diesem Spiel nichts anderes machen. In der ersten halben Stunde gibt es zwar eine Alibi-Story mit neuen Charakteren, die danach aber bis auf ihre Verwendung als Pappaufsteller in den Menüs komplett verschwinden. Sprachausgabe gibt es natürlich mal wieder nicht. Die Kämpfe selbst sind wie eh und je solide inszeniert. Die Assets wirken zwar immer noch wie die selben seit Gen V, aber eigentlich reicht das aus. Ums Aussehen ging es bei diesem Teil des Pokémon-Spielen nie, denn kompetetives Pokémon ist zuerst immer nur ein reines Psychospiel mit Zahlen. Auch wegen seiner langen Geschichte ist diese Art des Pokémon-Kampfs eines der komplexesten Multiplayerspiele aller Zeiten. Und das macht es schon seit über 20 Jahren richtig gut. Das nicht alle Items, besonders die zu starken, enthalten sind, macht das Spiel auch taktischer als andere Teile der Reihe.

Ich persönlich mag auch, dass man nach offiziellen Regeln und Formaten spielt. Full Battles, also Einzelkämpfe 6v6 wären nett, werden aber seit Jahren schon nicht mehr auf offiziellen Turnieren gespielt. Die einzigen, die sich wirklich darüber beklagen sind die Leute aus der Smogon-Community, die eigentlich nur ein offiziell abgesegnetes Pokémon Showdown wollten. Sie verstehen halt nur nicht, dass das Verhältnis von Showdown zu Champions das gleiche ist wie von Futsal zu Fußball. Ähnlich, mit den selben Wurzeln, aber mittlerweile gänzlich andere Spiele.
Ringwertung
Ich werden Pokémon Champions auch nicht für immer spielen, aber bis jetzt macht es mir als kostenloses Spiel genug Spaß. Wenn man ambitionslos in der Holzklasse rumdümpelt ist es ein netter Zeitvertreib. Sobald man aber Ernst machen will wird es richtig schwitzig und teuer. Jeder muss selbst wissen, wie hart man in die zahllosen Kämpfe gehen will.
Plattform: Switch 1
Spielzeit: Knapp 5 Stunden
Geld ausgegeben: Nein
Sprache: Deutsch (Bildschirmtexte)
Weiterspielen/Kaufen? Wahrscheinlich nicht




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