The Adventures of Elliot: The Millennium Tales
Angeblich hat das Game ziemlich starke Zelda-Vibes. Mir sah es aber in den Trailer zu klassisch nach rundenbasierten Kämpfen der Marke Square Enix nach der Formel Octopath
Traveller aus.

Und ja. Ich weiß. Im Trailer sieht man schon direkten Kampf. Nix rundenbasiert. Aber der Funke war da einfach nicht übergesprungen.
So viel schon mal zu meinen Vorbehalten zu Adventures of Elliot.
Nun hat es mich letztens krankheitstechnisch in's Bett verfrachtet und ich hatte Lust auf simple Erkundungs- und Abenteuerkost. Da schreit einen der Titel ja förmlich "Kauf mich!" in's Gesicht. Und da ich sonst nix gefunden hatte, war ich sogar bereit die 60€ dafür zu zahlen.
Ich bin nun gute 10 Stunden drin. Das sollte mal für ein ausführliches Reingespielt reichen.
Link?!? Is it you?!?
Und ja. Die Zelda-Vergleiche passen bei einigen Elementen recht gut. Grafik, Oberwelt, Kämpfe, Rätsel, Dungeons,.... Alles vorhanden.

Die Ähnlichkeiten stoppen aber beim Gerüst des Games. Das Feeling ist ein ganz anderes. Denn so sehr es anfangs an Link's Abenteuer erinnert, so wird doch schnell durch die Story und die vertonten Dialoge das Game in die Gegenwart gehievt. Es ist nicht so minimalistisch wie die alten Zeldas. Es ist auch auf eine ganz andere Weise fantastisch. Weniger old-school Fantasy. Sondern mehr Steampunk, mehr klassische Magie, mehr Machtspielchen um die Krone, mehr Powergames.
Eingebettet wird es dann in eine hübsche überschaubare Oberwelt mit unzähligen Gegnern, vielen Rätseln und dem üblichen mehrstufigen Zugängen, welche man über die Zeit mit neuen Waffen und Fertigkeiten freischaltet. Zusätzlich reist man durch die Zeit und findet die Oberwelt immer stark verändert vor.
Der Kampf hat die stärksten Parallelen zu Zelda. Schwert, Schild, Bumerang, Bomben. Man macht die Bingokarte recht schnell voll.
Und dieses Pacing und die Geschwindigkeit der Progression fühlt sich dann schon nach Zelda an. Wenn man sowas mal wieder spielen will, dann liegt man hier definitiv richtig.
Ich kam für das Gameplay. Ich blieb definitiv nicht für die Story.
Man spielt hier den titelgebenden Helden Elliot. Der ist so blass wie meine Kinder nach einer zu schnell gefahrenen Kurvenstrecke in den Bergen. Man ist halt ein Abenteurer. Aufgewachsen in einem Waisenhaus. Nun ist man im Dorf einer der wenigen der sich außerhalb der Stadtmauern traut und dort Monster verkloppt. Man wird schnell vom König beauftragt mal schnell auszuhelfen. Ab da geht es in der Story zügig voran. Ab und an gibt es ne kleine Sidequest. Aber es artet nie aus.
Das hat einige Vorteile. So frisst das Spiel nicht endlos Zeit und trotz der offenen Welt, kommt man zügig voran und verliert sich nicht dauernd in belanglosen Nebenmissionen. Es gibt genau richtig viel nebenher zu erkunden. Die Vorlage der alten Zeldas sind da schon ein guter Blueprint und stellen einen netten Kontrast zu Games wie Crimson Desert dar, die einen quasi dazu zwingen Urlaub zu nehmen.

Und genau dieser Loop aus Aufgaben, Erkundung, Story, Kämpfen funktioniert richtig gut. Da kann man dem Spiel die Standardstory und eher langweilige Charaktere gerne verzeihen. Eventuell wird die Story noch interessant. Bisher hat es mich aber kalt gelassen.
So hält einen aber der klassische Loop gut bei der Stange. Man bekommt irgendeinen MacGuffin, den man finden soll. Natürlich auf einem unerforschten Bereich auf der Karte. Irre ein bisschen umher und finde einen Weg zu deinem Ziel. Finde nebenbei ein paar kleine Upgrades. Zeig den Monstern auf dem Weg, wer hier der Babbo ist. Finde nen Dungeon. Geh in nen Dungeon. Schnetzel dich durch den Dungeon. Löse ein paar Rätsel währenddessen. Finde den Dungeonboss, lerne seine Moves und hau auch dem auf die Mütze. Zurück zum Questgeber und repeat. Das artet nie aus. Meiner Meinung nach trifft Square Enix hier einen ziemlichen Sweetspot was den Umfang betrifft.
Wenn weniger mehr ist
Was mich wirklich reingezogen hat, sind die doch bekannten und simplen Mechaniken. Auch wenn man das Spiel mal zur Seite legt, kommt man schnell wieder rein. Das ist dann nicht so überbordend wie ein Crimson Desert, bei dem ich die Hälfte der Steuerung und Mechaniken vergessen habe. Zusätzlich wird man nicht mit tausend Quests erschlagen. Das ist alles schön übersichtlich und straightforward. Da trifft das Spiel bei mir mitten in's Schwarze. Adventures of Elliot ist genau der richtige Abenteuer-Snack.
Angeblich kann man das Spiel in ca. 19 Stunden durchspielen. 26 Stunden mit bissi Rumstrawenzeln. Die Chancen stehen gut, dass ich das Spiel sogar durchspielen werde.
Fixt einen so ein bisschen an wie ein Civilization. Ein Dungeon oder eine Quest geht noch.
So viel mehr gibt es nicht zu sagen
Ich hatte überlegt, ob es bei dem Spiel noch mehr gibt über das man schreiben sollte. Aber so viel mehr finde ich nicht groß relevant. Der Grafikstil ist nix Neues mehr und hat sich gut etabliert. Es sieht hübsch aus. Haut mich aber nicht vom Hocker.
Das Gameplay ist genau das was ich mir von so einem Zelda-like Abenteuer erhoffe.
Die Rätsel in den Dungeons sind routiniert.
Es ist nix Neues. Aber aktuell gibt es einfach wenig Spiele, die euer Abenteuerbedürfnis besser stillen können ohne komplett zu eskalieren. Es ist Abenteuer für die Momente dazwischen. Die Story ist verdrängenswert.

Und da will ich gar nicht so viel mehr über die Welten, die Charaktere oder die weiteren Waffen und Fähigkeiten erzählen. Da nehme ich euch ja das Erkunden vorweg. Das wäre kontraproduktiv.
Fazit
Square Enix liefert hier mal etwas frisches (oder eben sehr altes) ab, dass euer Verlangen nach einem oldschool Abenteuerspiel definitiv stillen sollte. Das macht es alles sehr routiniert und handwerklich sauber. Wenn die Story nun auch nicht ganz so teeny-like wäre und die Charaktere interessanter wären, dann wäre das hier mehr als nur ein sehr gutes Spiel.
Auch wenn sich der Artikel recht nüchtern liest, das Spiel ist top.
Ich kann das Spiel wärmstens empfehlen.

4 WTFs
Info Karsten
Plattformen: Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series, GeForce Now, Microsoft Windows
läuft auf Handheld: Ja (gespielt auf ROG Ally Z1)
Spielzeit: 19 bis 34h
durchgespielt: Nö (10 Stunden gespielt)
Preis: ca. 60€
Sprache: nur Englisch
Untertitel: Ja
Entwickler: Square Enix




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