Moonlighter 2 - Master of None
Ich habe mich auf die Suche gemacht nach einem kleinen Spiel, welches ich nun noch am Fernseher starten kann und bei den nächsten Reisen nach Taiwan im Flieger zocken kann.
So viel Zeit am Stück in der ich spielen kann, habe ich sonst nicht.
Und ich werde da noch einen kleinen Artikel zu XBOX Play Anywhere schreiben. Der Funktion, der es einen erlaubt Spiele einmal zu kaufen und dann entweder auf der XBOX oder auf PC-Systemen (wie meinem ROG Ally) zu spielen. Mein Plan war Star Wars Zero Company auf dem Flug zu spielen. Hat angeblich Play Anywhere. Aber nur theoretisch. Egal. So viel zur Motivation.
Auf den ersten Blick genau das Richtige
Moonlighter 2 ist ein Rougelite-Dungeon-Crawler mit dem Kniff, dass man sein Loot nicht an einen Händler verkauft. Man ist der Händler. Und allein das Verkaufen, Preise festlegen, Laden einrichten, ist ordentlich komplex.
Die Grafik hat sich aus von 2D in 3D weiterentwickelt.
Der Laden sah mal so aus:

Im zweiten Teil sieht der so aus:

Die Dungeons sahen so aus:

Nun sieht es da so aus:

Ich finde beide Stile ansprechend. Ist auf jeden Fall ein ordentlicher Sprung.
Auch die Soundkulisse ist sehr angenehm ambient. Das ist auf den ersten Blick erst mal ein sehr hübscher anzusehender und klingender Indietitel.
Gameplaymix der funktionieren könnte
Das Spiel besteht aus diesen drei Elementen:
Dungeon Crawler
Inventar Management
Shop Simulator
Crawl my Dungeon
Das hier ist der schon überraschend gewohnte Rouglite-Dungeon-Crawler. Man kann eine Welt auswählen. Dann hat kann man immer entscheiden, welchen nächsten Abschnitt man wählen will. Man wägt dabei klassisch zwischen Risk'n'Reward ab. So weit so unspektakulär aber funktional.

Man hat anfangs schnell vier Waffen zur Auswahl:
Kurzschwert
Langschwert
Speer
Gauntlets
Da sollte was für jeden Spielstil dabei sein. Wichtiger Wort im vorherigen Satz ist "sollte". Aber dazu komme ich später.
Das Dungeon-Crawling ist so routiniert. Ihr könnt es euch auch ohne große Erklärung gut vorstellen. Da gibt es keine Überraschungen.
Inventar Management
Fun With Flags
Dieser Aspekt hat mich überrascht. Ich kann mich nicht dran erinnern, wann ich mal Spaß im Inventar Management hatte. Oder das man das generell haben könnte. Da könnte mir man auch erzählen, dass es Spaß macht die Spülmaschine einzuräumen. Das tut es nicht. Es gibt einen richtigen Weg diese einzuräumen. Und keiner richtet sich danach. Nicht zu Hause. Nicht im Büro. Klingt das nach einer Zwangsstörung. Mag sein. Klingt es nun gut wenn ich am Inventar Management Spaß habe und so ein bißchen gestört bin? Spielt das mit der Spülmaschine eigentlich überhaupt eine Rolle? Nur wenn man sehr kreativ ist. Mein Hirn ist halt komisch und ich schreibe einfach runter was ich denke.
Zurück zum Inventar Management.

Auf jeder Map gibt es Besonderheiten beim Loot. Man kann das alles nicht einfach in seinen Rucksack schmeißen. Einige dieser Gegenstände lösen Fähigkeiten aus. Zum Beispiel in der ersten Map verbrennt euch ein Gegenstand einen anderen. Das seht ihr im Bild an diesem lila kleinen Pfeil an dem Gegenstand rechts im Bild. Legt ihr diesen Gegenstand in euren Rucksack und darunter ist ein anderer Gegenstand wird dieser verbrannt. Klingt erst mal kontraproduktiv. Da kommen dann aber weitere Fähigkeiten dazu. Da gibt es dann Gegenstände, bei denen der Wert gesteigert wird, wenn ein Gegenstand verbrannt wird. Diese Bedingungen werden dann gerne recht komplex und das macht ziemlich Spaß den maximalen Ertrag rauszuholen. Da kommen auch viele schöne Fähigkeiten über die Zeit dazu.
Das geht bei mir soweit, dass ich das hier als eigenständiges Spiel wahrscheinlich holen würde. Wirklich tolle Idee mit starken Einfällen.
Shop Simulator
Kapitalismus mit Liebe
Irgendwie liebe ich diesen Aspekt regelmäßig in Spielen. Ähnlich wie der Shop Aspekt in Dave the Diver. Laden vorbereiten, Preise setzen, Boni vorbereiten und los geht's. Kunden und wuseliges Treiben. Macht mir schon visuell Spaß da zuzuschauen.
Man geht zu seinen anfangs vier Ausstellungsflächen und legt da einen Gegenstand aus dem Rucksack drauf. Am Anfang habt ihr keine Ahnung was ein Gegenstand wert ist. Ihr habt einen Tipp beim Preis bestimmen. Setzt ihr den Preis zu hoch, dann kommt eine Greed-Meldung. Da gibt einem das Spiel einen guten Anker für den definitiv falschen Preis. Ich gehe danach einfach 30% drunter und kann mich da dann vorwärts arbeiten. Die Kunden haben dann vier Stati wie sie drauf reagieren. Bei fast allen kaufen sie.
Der perfekte Schnapper
Guter Preis
Etwas teuer
Sehr teuer

Das ist ein sehr angenehm explorativer Gameplayloop. Ich hätte kein Problem auf das Dungeon-Crawling zu verzichten und einfach nur zu verkaufen. Aber hey. Ich habe auch meinen Engineering-Job verlassen und bin auf die dunkle Seite des Vertriebs gewechselt. Ich habe ja auch Spaß daran Pricing-Schemata aufzubauen. Egal.
Etwas problematisch finde ich nur die Progression. Diese ganzen Elemente, welche weitere Boni geben, sind extrem kleinteilig und teuer. Das verlangsamt den Fortschritt sehr und die Weiterentwicklung des Ladens fühlt sich sehr zäh an. Da wäre weniger mehr gewesen.
Das Balancing-Problem
Die Suppe ist zu dünn
Am meisten Zeit verbringt man im Dungeon. Das Inventar Management nutzt man dort einen kleinen Prozentsatz der Zeit. Nach dem Dungeon verbringt man auch nicht sehr viel Zeit im Shop.
Und da liegt mein Problem. So schön die Dungeons aussehen und klingen... Ich bin nun nach fast 8 Stunden einmal zum Boss gekommen und es war aussichtslos den beim ersten Mal zu besiegen. Das ist extrem zäh. Was ich dem Spiel verzeihen würde. Aber der Kampf ist leider nur sehr... Wie sage ich es am besten? Der Kampf ist zu basic. So richtig Spaß macht es nicht. Die Waffen haben zu wenig Wumms. Sie sind nicht raffiniert. Es ist aber auch nicht Souls-mäßig genug damit man langsamer spielt und taktiert.
Es gibt zu viele Overlays, so dass man oft die Gegner gar nicht sehen und lesen kann. Es wird schnell zu übersichtlich und jeder Treffer schmerzt.
Das Dungeon-Crawling wird dadurch leider einfach nicht spaßig genug. Und das Spiel zwingt einen zu extrem vielen Runs für extrem wenig Progression. Damit bläht sich das Spiel leider auf und ist gleichzeitig nur Durchschnitt mit einigen Makeln beim Kämpfen.
Ich glaube ich würde mich nicht so sehr an dem Kampf stören, wenn es etwas vergebender auf der anderen Seite wäre bezüglich Heilung. Oder der Fortschritt schneller wäre. So aber hat man ein Spiel mit ca.30-50h Spielzeit vor sich. Und dafür ist das Kampfsystem einfach nicht gemacht.
Daher habe ich dieses Spiel nach guten 10 Stunden...
ABGEBROCHEN
Nun habe ich aber weil ich auf den Shop Aspekt abgegangen bin Tiny Bookshop runtergeladen. Vielleicht taugt mir das ja.





Es gibt nur EINEN Weg die Spülmaschine einzuräumen und ALLE machen es falsch!