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SCREAM 7

Nachdem ich mir den neuesten Scream Teil aus alter Tradition heraus im Kino angesehen habe, hier mein Senf zum letzten Eintrag der Reihe.

Eins vorweg: Auch wenn ich versuchen werde, mich mit Spoilern so gut es geht zurückzuhalten, ganz ohne leichte Spoiler geht es dann doch nicht.


Wer also ohne jedes Vorwissen den Film sehen möchte, sollte jetzt aufhören zu lesen. Alle anderen hereinspaziert zur Kritik des neuesten Teils der ikonischen Slasher-Reihe!

 

Ghostface ist zurück. Und er ist erneut auf der Jagd nach Sidney Prescott. Nachdem Neve Campbell im 6ten Teil aufgrund von Gagenstreitigkeiten fehlte, ist das Scream Urgestein wieder zurück und der Film dreht sich auch größtenteils um sie.

War ursprünglich nicht so geplant und die Story musste nicht nur komplett um- bis neugeschrieben, sondern auch an Sidney angepasst werden. Das die Autoren allerdings keine Idee hatten, wie sie das machen und worauf der Film hinauslaufen sollte, merkt man ihm leider auch an. Auch wenn das nicht seine größte Todsünde ist.

 

Doch erstmal, wie kam es zu den Änderungen?

Scream 7 hat eine bewegte Produktionsgeschichte hinter sich. Ursprünglich als Abschluss der Trilogie rund um Samantha und Tara Carpenter geplant, die mit Scream 5 ihren Anfang nahm, gab es mehrere Zwischenfälle.

Erst wurde die Hauptdarstellerin Melissa Barrera aufgrund diverser Aussagen zum Palästinakonflikt gefeuert, dann verließ auch Jenna Ortega das Projekt. Offiziell wegen Terminproblemen. Inoffiziell wohl aus Solidarität mit Barrera. Und zu guter Letzt schmiss dann auch der Regisseur Christopher Landon hin, nachdem er sogar Morddrohungen erhalten hatte.

Keine rosigen Aussichten für den Film.

Übernomen hat dann allerdings Kevin Williamson, was bei den Fans erstmal für Erleichterung sorgte. War er doch für die Drehbücher von Scream, Scream 2 und Scream 4 verantwortlich. Also erfahren genug, um den Film zu retten und wieder auf Kurs zu bringen.

Womit wir wieder bei Neve Campbell wären. Da die beiden Hauptdarstellerinnen jetzt fehlten und die Trilogie so nicht mehr vollendet werden konnte, musste eine neue Geschichte gefunden werden. Und was bietet sich da besser an als Fanliebling Sidney Prescott wieder zurückzubringen? Halloween wurde doch vor gar nicht Langem mit Jamie Lee Curtis erfolgreich neu aufgelegt, also warum nicht auch…? So oder so ähnlich dürfte sich das Brainstorming meiner Theorie nach abgespielt haben und somit...

 

Willkommen zu Scream 7


Der Film beginnt mit einer launigen Auftaktsequenz im ursprünglichen Woodsboro Haus, das jetzt zu einem True-Crime-BnB umfunktioniert wurde.

Übernachtet im Mörderhaus! Seht den Platz, an dem Sidney Stu mit dem Fernseher erschlagen hat! Habt Spaß mit der Ghostface Animatronic!

Das die Geschichte für das Pärchen, welches das Package gebucht hat, nicht gut ausgeht, liegt auf der Hand.

Sprung zu Sidney Prescott. Die hat sich zurückgezogen und lebt jetzt mit Mann und Tochter in einem beschaulichen Städtchen. Ihre Vergangenheit hat sie hinter sich gelassen. Die Fragen ihrer Tochter zu ihrer Vergangenheit will sie nicht beantworten. Das ist ein für alle Mal vorbei.

Bis Sidney einen Anruf erhält und sich der Anrufer als der angeblich tote Stu Macher herausstellt, der sie und ihre Familie bedroht. Aber kann er wirklich noch am Leben sein? Oder ist das doch nur ein geschicktes Deepfake?

Mehr sei an dieser Stelle von der Geschichte auch nicht verraten.

Bis zu dem Zeitpunkt ist auch alles da, was man für einen launigen Teeny-Slasher braucht.

Traumatisierte Sydney als Helikoptermama? Check.

Ehemann, der Polizeichef ist? Check. 

Rebellische Teenagertochter? Check.

Diverse Freunde der Tocher + Love Interest? Check.

Der Film geht nach der Einführung auch gleich in die Vollen und serviert einen wirklich garstigen Kill, der schon mal ordentlich an der Gore-Schraube dreht. Um dann auch gleich noch einen drauf zu setzen und eine wirklich nervenzerfetzende Sequenz zu bieten, die einen regelrecht an den Rand des Sessels klebt. Bis dahin liefert der Film auch zu 100% ab. Dann taucht auch noch Gale Weathers auf und wenn dann natürlich Sidney und Gale auf Mörderjagd gehen und anfangen nachzuforschen, ist das Nostalgieglück perfekt. Legacy-Sequel, alle Weichen sind gestellt, als langjähriger Fan ist man restlos begeistert und dann……

Ja dann….


Dann gingen den Autoren leider vollkommen die Ideen aus. Wussten sie weder wohin sie den Film führen, noch wie sie ihn zu einem zufriedenstellenden Ende bringen sollten.

Dabei wäre es so einfach gewesen.

Teeny-Slasher leben vom Whodunit. Das man mitfiebert, wer der Killer sein könnte. Das immer wieder falsche Schreckmomente aufgebaut werden, die dann in einer Attacke münden.  Das nach und nach einer der Teenys nach dem anderen über die Klinge springt. Man fröhlich miträt, wer wohl der Nächste sein wird. Immer unterbrochen durch die Ermittlungen, welche die Protagonisten immer näher an den Killer heranbringen.

Das Sequel von "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" hat das letztens perfekt hinbekommen.

Scream 7 dagegen leider überhaupt nicht.

Der Film interessiert sich leider so gar nicht für seine Charaktere, die bis auf Stereotype das Charisma einer Scheibe Toastbrot haben. Dementsprechend egal ist es einem auch, wenn sie dann über die Klinge springen.

Es wirkt tatsächlich so, als wären den Autoren die Ideen ausgegangen, wie sie die Story aufbauen können. Stattdessen hat man versucht, das mit möglichst brutalen Kills im Stakkato zu kompensieren.

Der Rest des Films besteht dann auch, wenn man es genau nimmt, aus einer einzigen riesigen Plansequenz, in der Ghostface einen nach dem anderen zur Strecke bringt.

Und wenn es dann endlich zur großen Auflösung kommt, bestätigt sich der Eindruck nur noch mehr. Denn die ist an Dummheit und Sinnlosigkeit kaum zu überbieten.

Da nutzen auch die zahlreichen Metaverweise und lustigen Anspielungen an die alten Teile nichts mehr.

Scream 7 hat das Franchise mit voller Wucht an die Wand gefahren.

Hoffen wir, dass sie das Vehikel mit Teil 8, der natürlich schon in Planung ist, wieder flottkriegen. 

 

 

 

 

 

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