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Tagebuch - John's joviales Joystick-Journal

vor 3 Tagen
4 Min. Lesezeit

14.9. - 20.9.2026



Ich habe meinen ersten Durchlauf von Blood of Dawnwalker beendet und bin nach wie vor ziemlich begeistert davon, was Rebel Wolves hier auf die Beine gestellt hat.

Man merkt dem Spiel durchaus an, dass dahinter kein riesiges Studio mit praktisch unbegrenzten Ressourcen steht. Es gibt kleinere technische Unebenheiten, hier und da hätte man sicher noch ein paar Monate polieren können. Gleichzeitig ist das aber genau die Art von Spiel, bei der mich solche Dinge kaum interessieren, weil der Kern einfach stimmt.

Die Geschichte ist hervorragend geschrieben, die Figuren bleiben im Gedächtnis und das Voice Acting gehört für mich ganz klar zu den großen Stärken des Spiels. Dazu kommt eine Welt, in die man, gemeinsam mit Coen hineinwächst.

Mit dem Kampfsystem stand ich anfangs noch etwas auf Kriegsfuß. Die ersten Stunden waren eher ein gegenseitiges Misstrauen zwischen mir und den Spielmechaniken. Irgendwann hat es dann aber Klick gemacht. Mit den ersten wichtigen Skill-Punkten und ein paar Anpassungen an meinem Build entwickelte sich mein Charakter genau in die Richtung, die ich spielen wollte.

Ab diesem Punkt wurde aus einem Spiel, das ich interessant fand, ein Spiel, das ich kaum noch aus der Hand legen wollte.


Es ist schön, wenn Freunde sich um einen sorgen. Es wurde noch unvernünftiger.
Es ist schön, wenn Freunde sich um einen sorgen. Es wurde noch unvernünftiger.

Der Rest steht bereits ausführlich in meinem Test, aber so viel sei gesagt: Für mich ist Blood of Dawnwalker aktuell ganz klar ein Kandidat für mein persönliches Spiel des Jahres.


Und jetzt kommt das Problem.

Ihr kennt das wahrscheinlich: Man beendet ein großartiges Spiel, schaut auf seine Bibliothek und plötzlich wirkt alles andere irgendwie grau und uninteressant.

Genau dort bin ich diese Woche gelandet.


Statt direkt das nächste große Abenteuer anzufangen, habe ich mich deshalb etwas anderen Medien zugewandt.


Thorfinn macht ne Reise
Thorfinn macht ne Reise

Nachdem Vinland Saga schon ewig auf meiner Liste stand, habe ich endlich damit angefangen. Die Serie hat mich sofort abgeholt. Die Mischung aus historischen Themen, Charakterentwicklung und den großen Fragen nach Gewalt, Rache und Sinn funktioniert für mich bisher hervorragend. Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise in der zweiten Staffel noch führt.


Eine deutlich größere Überraschung war allerdings mein Kinobesuch am Freitag.

Wer mich kennt, weiß, dass Horror normalerweise so ziemlich das letzte Genre ist, zu dem ich freiwillig greife.

Mein erster Horrorfilm lief damals mit ausgeschaltetem Ton und eingeschaltetem Videotext, wenn mir das Ganze zu unangenehm wurde.


Ich habe Angst
Ich habe Angst

Auch an Resident Evil habe ich eine sehr lebhafte Erinnerung. Als wir damals im ersten Teil versucht haben, gemeinsam die beste Wertung zu erspielen, habe ich mich beim Alarm im Labor so erschrocken, dass ich den Lösungsguide in meiner Hand einfach zusammengeknüllt habe.

So schreckhaft bin ich.

Trotzdem habe ich mich diese Woche zusammengerissen und bin mit einem Freund in den neuen Resident-Evil-Film gegangen.

Und überraschenderweise hat er mir wirklich gut gefallen.

Eigentlich braucht der Film das Resident-Evil-Label gar nicht zwingend. Er würde meiner Meinung nach auch ohne die bekannte Marke funktionieren. Gleichzeitig muss ich aber zugeben, dass ich ohne dieses Branding wahrscheinlich überhaupt nicht ins Kino gegangen wäre.

Insofern hat der Name seinen Job erfüllt.

Der Film hat außerdem dafür gesorgt, dass ich mir künftig wohl auch die anderen Werke des Regisseurs Zach Cregger anschauen werde.


Bester Moment: Als sich die Hauptfiguren gegenseitig verprügeln
Bester Moment: Als sich die Hauptfiguren gegenseitig verprügeln

Weniger begeistert war ich dagegen von The Wrecking Crew mit Dave Bautista und dem Schauspieler, den mein Gehirn weiterhin hauptsächlich als „Aquaman“ abspeichert.

Der Film ist nicht furchtbar, aber leider auch nicht besonders gut. Die Chemie zwischen den Hauptfiguren wollte bei mir nie so richtig zünden, der Antagonist blieb erstaunlich blass und auch die Action konnte das Ganze nicht dauerhaft tragen.

Man kann ihn schauen, man verpasst aber vermutlich auch nichts, wenn man es nicht tut.


Nicht ganz Season 1 gereached, aber trotzdem unterhaltsam
Nicht ganz Season 1 gereached, aber trotzdem unterhaltsam


Serientechnisch endeten diese Woche außerdem zwei Baustellen gleichzeitig.

Sowohl Reacher als auch Ghost in the Shell liefen mit ihren jeweiligen Staffelfinalen aus.

Bei Reacher bleibt für mich Staffel eins weiterhin der Maßstab, an den bisher keine der späteren Staffeln herangekommen ist. Trotzdem hat mir die aktuelle Staffel gefallen und ich würde sie mindestens auf Augenhöhe mit den beiden vorherigen Staffeln sehen.


Wirklich gelungene Adaption des Manga
Wirklich gelungene Adaption des Manga

Auch Ghost in the Shell hat mir bis zum Schluss sehr gut gefallen. Sehr gut umgesetzt und endlich auch mit der ganzen Bandbreite des Mangas. Viel Witz, Slapstick und gutes Banter unter den Section 9 Kollegen.


Und Spiele?




Spielerisch war ansonsten nicht viel los.

Am Wochenende steht, nach einer reduzierten Zweierrunde in der Woche, noch der obligatorische Helldivers-2-Dive mit meiner festen Crew Überbürger an.

Mittlerweile ist das weniger ein Spieltermin als ein festes Ritual.


Mal sehen welche Fraktion wir dieses Mal argumentativ mit 500KG Demokratie überzeugen dürfen. Ich muss auf jeden Fall noch ein paar Supercredits finden, da am Dienstag eine interessante neue Kriegsanleihe erscheint.




Musikalisch lief die Woche wiederum erstaunlich viel HEALTH. Kennt der eine oder andere von euch eventuell aus Cyberpunk 2077, GTA 5 und Online oder Max Payne 3. Vor allem der Backkatalog hat mich beim Aufräumen, Abwaschen und den üblichen Haushaltsbeschäftigungen begleitet.

So etwas habe ich immer wieder: Eine Band verschwindet abseits für Monate oder Jahre aus meiner Playlist und plötzlich höre ich tagelang kaum etwas anderes.



Fazit der Woche


Nach dem Ende von Blood of Dawnwalker war diese Woche deutlich ruhiger als die vergangenen. Das lag aber weniger daran, dass mir die Lust aufs Hobby gefehlt hätte, sondern eher daran, dass das Spiel genau die Art von Eindruck hinterlassen hat, die nur wenige Titel schaffen.

Man möchte eigentlich direkt weiterspielen.

Und gleichzeitig möchte man den ersten Durchlauf noch ein bisschen nachwirken lassen.

Deshalb bestand die Woche vor allem aus Verarbeiten, Nachholen und ein wenig Abstand gewinnen, bevor das nächste Spiel kommt.


Moment der Woche: Der Abspann von Blood of Dawnwalker und das Wissen, dass das definitiv nicht mein letzter Durchlauf war.

Größte Überraschung: Das ich freiwillig in einen Horrorfilm gegangen bin und das Kino anschließend zufrieden verlassen habe.

Plan für nächste Woche: Herausfinden, welches Spiel stark genug ist, um das Loch zu füllen, das Blood of Dawnwalker hinterlassen hat. Eventuell gehe ich tatsächlich mal Control an, das ich bisher sträflich liegen gelassen habe. Der Nachfolger steht ja schon in der Tür.

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